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Aufruf zu Kindermord: "Russia Today" feuert Moderator

24. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

"Barbarisch und grässlich" nennt "Russia Today"-Chefin Margarita Simonjan die Aussagen von Kreml-Propagandist Anton Krassowski. Er hatte aufgefordert, ukrainische Kinder zu töten, die glauben, die Ostukraine sei von Russland besetzt.

Der 47-Jährige steht seit Februar auf der Sanktionsliste der EU. Ausgelöst hatte den Skandal Krassowskis Forderung in einer Fernsehsendung. Ukrainische Kinder, die der Ansicht seien, die Ukraine sei von Russland okkupiert worden, seien entweder in einen Fluss zu werfen und zu ertränken, oder in einer Hütte einzusperren und anzuzünden.

Daneben sprach er etwa der Ukraine das Existenzrecht ab, rief zur Erschießung von Ukrainern auf und verharmloste Vergewaltigungen. Die Sendung rief international Empörung hervor. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba forderte in dem Zusammenhang, Staaten in aller Welt auf, RT bei sich zu verbieten.

Propagandist sei "wahnsinnig"

Simonjan ihrerseits sprach von einem "zeitweiligen Wahnsinn", von dem Krassowski befallen sei. Sie beende die Zusammenarbeit vorerst, damit niemand auf den Gedanken komme, dass sie oder andere RT-Mitarbeiter diese Ansichten teilten, schrieb sie.

Krassowski, der einst als liberaler Journalist galt, ist in den vergangenen Jahren aber mehrfach mit Gewaltverherrlichung aufgefallen. Erst Anfang Oktober kommentierte er die massiven Raketenschläge gegen die Ukraine mit 14 Toten und rund 100 Verletzten damit, dass er jetzt glücklich sei. "Ich tanze auf dem Balkon im Nachthemd mit der Aufschrift "Russlands Armee"", erklärte er.

Der Moderator selbst erklärte am Montag, er bedauere, die Grenze überschritten zu haben. Manchmal sei es so, dass er sich in seinen Sendungen "zu sehr hinreißen lasse", begründete er seine Aussagen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / frn