Angriff Moskaus macht Tausende Kiewer Wohnsilos heizungslos
Für 162.000 Haushalte gebe es inzwischen wieder Elektrizität. 173.000 Haushalte in der ukrainischen Hauptstadt seien von der Energieversorgung noch abgeschnitten, hieß es am Dienstagvormittag. Bei dem Großteil der Gebäude sei die Wärmeversorgung nach einem früheren Angriff vom 9. Jänner gerade erst wiederhergestellt worden. Zudem sei es zu Störungen bei der Strom- und Wasserversorgung gekommen, zwei Tankstellen seien beschädigt worden. Russland setzte der ukrainischen Luftwaffe zufolge sowohl Raketen als auch Drohnen und Marschflugkörper bei der Attacke ein.
Insgesamt habe Russland die Ukraine in der Nacht mit mehr als 300 Drohnen angegriffen. Zudem seien eine erhebliche Zahl ballistischer Raketen und Marschflugkörper eingesetzt worden, schrieb der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf der Online-Plattform X. Erst einen Tag zuvor habe die Ukraine Luftverteidigungsraketen erhalten, was zur Stärkung der Abwehr beigetragen habe. Es würden aber dringend weitere Lieferungen benötigt. "Die Partner dürfen in dieser Hinsicht nicht nachlassen - Luftverteidigungsraketen sind ein echter Schutz für die Menschen."
Nach dem neuen russischen Luftangriff hat der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha dringend um weitere Unterstützung für sein Land gebeten. Es sei ein "barbarischer" Schlag" gewesen, der ein Weckruf für die Staats- und Regierungschefs beim Weltwirtschaftsforum in Davos sein müsse, betonte Sybiha auf der Online-Plattform X. "Wir brauchen dringend zusätzliche Energiehilfe, Flugabwehr und Abfangraketen sowie Sanktionsdruck auf Moskau."
Opfer des Angriffs
Vorläufigen Informationen nach gab es auch eine Verletzte bei dem Angriff. Nach Polizeiangaben handelt es sich um eine 59-jährige Frau. Neben Schäden bei Energieanlagen und Wohnhäusern traf es auch private Pkw. Mehrere Autos gingen durch herabfallende Drohnentrümmer in Flammen auf. Am linken Ufer des Dnipro sei zudem die Wasserversorgung ausgefallen, teilte Klitschko mit.
Für Kiew ist dies der schlimmste Winter seit Kriegsbeginn. Russland beschießt in seinem Krieg gegen die Ukraine systematisch das Energiesystem des Nachbarlands. Inzwischen ist das Netz so geschwächt, dass es täglich zu stundenlangen Stromausfällen kommt. Mehrere schwere Angriffe auf die ukrainische Hauptstadt zu Beginn des Jahres und anhaltende starke Fröste verschärfen die Situation für viele Menschen. Die Behörden haben Notunterkünfte eingerichtet, in denen sich die Bürger aufwärmen, Wasser holen oder ihr Handy aufladen können.
Auch Odessa und Winnyzja von Moskau ins Visier genommen
Auch in der südlichen Schwarzmeer-Region Odessa wurde den Behörden zufolge eine Energieanlage beschädigt. In der Hafenstadt Tschornomorsk habe zudem eine Drohne ein mehrstöckiges Wohngebäude getroffen. Zu Opfern gab es zunächst keine Angaben. In der westlichen Region Winnyzja wurde demnach ebenfalls eine Anlage der kritischen Infrastruktur attackiert.
Zusammenfassung
- Russland hat mit mehr als 300 Drohnen, Raketen und Marschflugkörpern erneut die Energieversorgung der Ukraine attackiert, wobei in Kiew über 335.000 Haushalte zeitweise ohne Strom waren und 5.635 mehrstöckige Wohnhäuser ihre Heizung verloren.
- Bei den Angriffen in der Region Kiew kam ein Mann ums Leben, eine 59-jährige Frau wurde verletzt, und mehrere Autos wurden durch herabfallende Drohnentrümmer zerstört.
- Auch Energieanlagen in Odessa und Winnyzja wurden getroffen, während Präsident Selenskyj und Außenminister Sybiha dringend zusätzliche Luftverteidigungsraketen und Energiehilfe fordern.
