APA - Austria Presse Agentur

Ibiza-Folgen: Spendenaufruf für mutmaßlichen "Ibiza-Detektiv"

17. Mai 2020 · Lesedauer 2 min

Ex-Vizekanzler Heinz-Christian Strache soll bis zu zwei Millionen für das Video geboten haben.

Zum Jahrestag der Veröffentlichung des Ibiza-Videos haben sich Unterstützer des mutmaßlich am Ibiza-Videos beteiligten Detektivs H. mit einem Spendenaufruf zu Wort gemeldet. Auf einer Homepage stellen sie noch einmal ihre Sicht der Dinge dar, wonach das Vorgehen weder illegal gewesen noch aus finanziellen Motiven erfolgt sei. Für die "Rechtsverfolgungskosten" des Detektivs wird um Geld gebeten.

Die auf Ibiza gestellte Videofalle für den damaligen FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache und Klubchef Johann Gudenus wird auf der Website  als Aufdecker-Aktion dargestellt, weil die Behörden schon zuvor an sie herangetragenen Korruptionsvorwürfen gegen die FP-Spitze nicht nachgegangen seien. Auch mit den im Vorjahr aufgenommenen Ermittlungen der "SOKO Tape" ist man nicht zufrieden: "Statt diese Korruption aufzuklären, stellte die SOKO Tape den mutmaßlichen Videomachern nach."

Spendenaufruf

Für den mutmaßlich am Ibiza-Video beteiligten Detektiv bittet die Homepage um Spenden. Mit der auf der Webseite lediglich als "Detektiv" bezeichneten Person dürfte Sicherheitsmann und Detektiv H. gemeint sein, der laut einem "Kurier"-Bericht (Samstag-Ausgabe) seit Ende 2019 mit einem Europäischen Haftbefehl gesucht wird. Als Treuhänder für die Spenden fungiert der Rechtsanwalt Nikolas Baum, dessen Berliner Kanzlei H. bereits in Medienverfahren vertreten hat.

Der in die Causa involvierte Wiener Anwalt M. hatte das Ibiza-Video schon kurz nach seiner Veröffentlichung als investigativ-journalistisches Projekt beschrieben. Diese Darstellung wird auch auf der Internet-Seite bekräftigt: Demnach habe man ein Zeichen "gegen Korruption und für einen funktionierenden Rechtsstaat" setzen wollen. Und nachdem die von einem Leibwächter Straches an die Behörden herangetragenen Informationen (u.a. die mittlerweile bekannten, angeblich fingierten Spesenabrechnungen) nicht zu Ermittlungen geführt hätten, sei die Videofalle auf Ibiza inszeniert worden.

Geld sei für das Video keines geflossen, wird betont. Eingeräumt wird aber, dass es (noch vor Erstellung des Videos) Versuche gegeben habe, dass der Bodyguard "finanziell abgesichert" werde. "Hierfür wurden von den Videomachern mehrere Personen des öffentlichen Lebens angefragt, von denen man vermutete, sie hätten Interesse daran, dass das Material der Öffentlichkeit zugänglich gemacht würde", heißt es auf der Webseite. Dies aber ohne Erfolg.

2 Millionen von Strache geboten?

Ebenfalls wird beschrieben, dass es von Seiten Straches "intensive Versuche" gegeben haben soll "an die Macher heranzutreten". Er soll für die Herausgabe des Materials "bis zu zwei Millionen Euro" geboten haben.

Quelle: Agenturen / Redaktion / moe