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Van der Bellen zu COP27: "Unsere Existenz steht auf dem Spiel"

20. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Die Weltklimakonferenz COP27 endete mit einer durchwachsenen Bilanz. Jetzt spricht auch Bundespräsident Van der Bellen.

Nach dem Ende des Klimagipfels im ägyptischen Sharm el-Scheikh meldet sich nun auch Bundespräsident Alexander Van der Bellen zu Wort. Van der Bellen spricht von einer "ernüchternden" Einigung - "die Welt ist nicht auf dem richtigen Kurs." Vielen sei "nicht klar, dass unsere Existenz auf dem Spiel steht", so der Bundespräsident.

Van der Bellen befindet sich aufgrund einer Corona-Erkrankung derzeit im Home Office.

Ähnlich äußerte sich Klimaministerin Leonore Gewessler (Grüne): "Das Ergebnis der Weltklimakonferenz ist enttäuschend. Denn wir sind bei der Reduzierung von Emissionen im Vergleich zu Glasgow im vergangenen Jahr keinen wesentlichen Schritt vorangekommen. Dabei bräuchte es gerade in diesem Bereich wesentlich mehr Entschlossenheit und Tempo. Denn Klimaschutz ist zu einer Überlebensfrage geworden", so Gewessler.

Jetzt heiße es "weiterkämpfen". "Österreich hat im Bereich Klimaschutz in den letzten Jahren eine Aufholjagd gestartet, die EU hat sich ambitionierte Ziele gesetzt und in Gesetze gegossen. Wir werden weiter national, auf europäischer Ebene und bei der COP28 für mehr Klimaschutz weiterarbeiten", so die Ministerin.

Von der Leyen: Planet "nicht vom Fieber geheilt"

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat sich unzufrieden über das Ergebnis der Weltklimakonferenz in Ägypten geäußert. "Auf der COP27 wurde am 1,5-Grad-Ziel festgehalten. Leider haben sich jedoch weder die größten Emittenten der Welt dazu verpflichtet, fossile Brennstoffe schrittweise abzubauen, noch wurden neue Verpflichtungen zum Klimaschutz eingegangen", sagte die Politikerin am Sonntag.

Als Erfolg beschrieb sie lediglich die in Sharm el-Sheikh getroffenen Absprachen für einen Fonds zum Ausgleich von Klimaschäden in ärmeren Ländern. "Mit der COP27 wurde ein kleiner Schritt in Richtung Klimagerechtigkeit getan, aber der Planet braucht noch viel mehr", sagte sie. "Wir haben ein paar Symptome behandelt, aber den Patienten nicht von seinem Fieber geheilt."

Zu dem geplanten Fonds sagte von der Leyen, man habe die Grundlagen für eine neue Form der Solidarität zwischen denjenigen, die Hilfe benötigten, und denjenigen, die helfen könnten, geschaffen. Damit werde wieder Vertrauen aufgebaut. "Es ist entscheidend, dass wir vorankommen, denn ohne Klimagerechtigkeit kann auch nicht dauerhaft gegen den Klimawandel vorgegangen werden", sagte sie.

Maximilian SperaQuelle: Agenturen / Redaktion / msp