Lukaschenko: Russische "Operation zieht sich in die Länge"

05. Mai 2022 · Lesedauer 2 min

Der Krieg in der Ukraine zieht sich laut dem belarussischen Machthaber Alexander Lukaschenko bereits in die Länge. Dennoch sieht er für den Westen keine Gefahr, da ein internationaler Krieg weder in seinem noch im Interesse Wladimir Putins sei.

"Um ehrlich zu sein, hätte ich nicht gedacht, dass sich diese Operation so hinziehen würde", sagt der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko in einem Interview mit der Nachrichtenagentur "Associated Press". Er könne nicht sagen, ob aus russischer Sicht alles nach Plan läuft, er selbst habe aber den Eindruck, "dass sich diese Operation in die Länge zieht".

Belarus als Vermittler

Ein Kriegsende sieht Lukaschenko sowohl in der Hand der Ukraine wie auch der USA. Der Ukraine unterstellt er, nicht an den Friedensverhandlungen interessiert zu sein. Dabei betont er die Rolle, die sich Belarus als Vermittler in diesem Krieg verliehen habe. Der USA wirft er vor, die Ukraine zu leiten. Lukaschenko sei der Meinung, dass wenn US-Präsident Joe Biden ein Kriegsende vorschlagen würde, dieser "innerhalb einer Woche aufhört".

"Westen kann ruhig schlafen"

"Wir lehnen einen Krieg kategorisch ab", betont Lukaschenko im Interview. Belarus werde "niemanden" bedrohen und es sei auch nicht im Interesse des Machthabers, einen Konflikt mit dem Westen, gar einen Krieg, zu entfesseln. "Der Westen kann also ruhig schlafen", so Lukaschenko. Gleichzeitig wies er im Gespräch darauf hin, dass Belarus wisse, "wer gegen uns ist".

Auch den Einsatz von Atomwaffen lehne Lukaschenko ab. Zu einem möglichen russischen Einsatz äußert er sich nicht. "Putin will höchstwahrscheinlich keine globale Konfrontation mit der NATO", so Lukaschenko.

Tsikhanouskaya sieht "pathologischen Lügner"

Die Bürgerrechtlerin und ehemalige Kandidatin bei der umstrittenen  - und als gefälschte Scheinwahl geltende - Präsidentenwahl im Jahr 202 in Belarus, Sviatlana Tsikhanouskaya, reagiert scharf auf die Aussagen Lukaschenkos. 

Auf Twitter schreibt sie, dass das "Interview (...) ein verzweifelter Versuch" sei "sein Gesicht zu wahren und Verantwortung" von sich zu weisen. Für Tsikhanouskaya ist der belarussische Machthaber ein "Brandstifter", der sich als "Feuerwehrmann ausgibt". Lukaschenko sei ein "pathologischer Lügner, Putins Komplize und muss für das, was in der Ukraine passiert, vor Gericht gestellt werden".

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea