Putins Fehlen bei G20: Angst vor möglichem russischem Verrat

15. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Putins Fehlen beim G20-Gipfel erklärt sich Osteuropa-Experte Alexander Dubowy mit einer Angst vor Verrat aus den eigenen Reihen. Das Video mit dem der russische Außenminister beweisen wollte, dass er nicht im Spital war, sei laut Investigativ-Journalisten genau dort aufgenommen worden.

Russland habe in Bezug auf den Angriffskrieg auf die Ukraine "keine Verbündeten", sondern höchstens "Fans", meint Politikanalyst und Osteuropaexperte Alexander Dubowy im PULS 24 Interview. 

Die G20-Teilnehmer verurteilen den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Entwurf des Abschlussberichts scharf. Sollte es tatsächlich zu dieser Erklärung kommen, werde dies "natürlich in dieser Schärfe sehr überraschend sein", meint Politikanalyst und Osteuropaexperte Alexander Dubowy.

Verbündete teilen Risiken, Fans nicht

Denn eine solche Erklärung bedeute, dass "nicht nur der Westen, sondern auch der globale Nicht-Westen sich sehr ausdrücklich und klar gegen diesen Angriffskrieg stellt". Russland habe in diesem Konflikt "keine Verbündeten", sondern höchstens "Fans". "Denn Verbündete teilen die Risiken mit einem, die Fans aber nicht", so Dubowy.

Putin: Verrat vermutet

Warum nimmt der russische Präsident Wladimir Putin nicht selbst am G20-Gipfel teil? Putin hege möglicherweise Sicherheitsbedenken oder fürchte "Verrat aus den eigenen Reihen", meint Dubowy dazu.

Lawrow im Spital?

Die Wahrscheinlichkeit sei sehr hoch, dass der russische Außenminister Sergej Lawrow "tatsächlich im Krankenhaus gewesen ist", so der Politikanalyst und Osteuropaexperte. Dies könne der Grund sein, warum es nur ein Video von Lawrow gab. Russische Investigativjournalisten hätten außerdem herausgefunden, dass "dieses Video in einem Krankenhaus aufgenommen wurde auf Bali und nicht in einem Hotel", wie Lawrow behauptete.

Für einen "so hohen russischen Beamten" wäre dies ein Schwächeeingeständnis, dass Lawrow "sich nicht leisten kann". "Denn wenn er sich im Krankenhaus befindet, dann wird das sofort auch als eine Schwäche Russlands ausgelegt werden", meint der Politikanalyst und Osteuropaexperte Alexander Dubowy im PULS 24 Interview.

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Dijana DjordjevicQuelle: Redaktion / ddj