Mansour zu Linz: Grenzen von Gastfreundschaft und Integration klar machen

04. Nov. 2022 · Lesedauer 2 min

Es müsse mehr für die Sozialisation von Flüchtlingen getan werden, meint der (De-)Radikalisierungsexperte Ahmad Mansour im Newsroom LIVE. Aber: Auch die Grenzen von "Gastfreundschaft und Integration" müssten klargemacht werden.

Nach den Halloween-Krawallen in Linz will Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) "die Härte des Gesetzes voll ausschöpfen". Bei schweren strafrechtlichen Verstößen soll es zu Außerlandesbringungen kommen. Auch Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) meint: Rechtliche Grundlagen für Abschiebungen sollten geschaffen werden.

Wie ist es dazu gekommen?

"Wenn das die einzige Antwort auf solche Vorfälle ist, dann haben wir ein Problem", meint der (De-)Radikalisierungsexperte Ahmad Mansour im Newsroom LIVE. Es gebe eine "Asylkrise" und eine "Integrationskrise" - man habe es "mit Menschen zu tun, die die Gastfreundschaft missbraucht haben". "Sie müssen mit Konsequenzen rechnen, aber bevor es dazu kommt, müssen wir uns Gedanken machen, wie es dazu gekommen ist", so Mansour.

"Was machen wir damit diese Menschen überhaupt ankommen?", fragt der (De-)Radikalisierungsexperte. Man müsse sich fragen, wie man der Sozialisation dieser Menschen entgegenarbeiten kann, damit diese dann in Österreich "gesetztreue Menschen werden". "Das tun wir viel zu wenig", meint Mansour.

Grenzen von Gastfreundschaft und Integration

Es gebe unter den Flüchtlingen eine Gruppe, die die Polizei und den Rechtsstaat "nicht ernst nimmt" und "verachtet". Diese Menschen müssten mit "harten Konsequenzen" rechnen.

Man müsse klar machen: "Ja, wir sind offen für Menschen, die hier Schutz suchen. Aber es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit vor diesen Menschen irgendwann Schutz suchen muss", so Mansour. Grenzen von "Gastfreundschaft und Integration" müssten klargemacht werden.

Demokratischer Iran

In Bezug auf die Protestwelle im Iran meint Mansour: Die Menschen im Iran haben Mut gezeigt. "Sie haben alles getan, um dieses Regime zu verunsichern oder zum Absturz zu bringen". Die Situation würde nun von den Europäern abhängen.

"Wenn wir wirklich eine feministische Außenpolitik betreiben wollen, dann müssen wir auf der Seite dieser Menschen stehen", so der (De-)Radikalisierungsexperte. Und zwar "nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten". Sanktionen seien notwendig. Man müsse "alles tun", um es dem iranischen Regime schwerer zu machen, die Menschen zu unterdrücken.

Mansour ist sich sicher, dass die iranische Bevölkerung "einen zukünftigen demokratischen Iran" aufbauen kann.

Dijana DjordjevicQuelle: Redaktion / ddj