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Vicky Krieps beste Darstellerin beim Europäischen Filmpreis

10. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Zlatko Burić und Vicky Krieps haben sich die beiden Darstellerkategorien bei den 35. Europäischen Filmpreisen gesichert: Bei der feierlichen Gala in Islands Hauptstadt Reykjavík holte Burić damit die dritte Trophäe für den Cannes-Gewinner "Triangle of Sadness" von Ruben Östlund, der bereits als bester Regisseur und bester Drehbuchautor geehrt worden. Und Marie Kreutzers "Corsage" konnte mit der Ehrung von Krieps die erste Nominierung in einen Preis ummünzen.

Die aufgrund einer Erkrankung zugeschaltete Krieps setzte sich damit gegen starke Konkurrentinnen wie Penélope Cruz oder Léa Seydoux durch. In der Regiesparte hatte sich Kreutzer zuvor noch Ruben Östlund geschlagen geben müssen.

Zuvor war aus österreichischer Sicht bereits die Wienerin Kurdwin Ayub mit ihrem berlinale-geehrten Spielfilmdebüt "Sonne" in der Kategorie der Nachwuchshoffnungen leer ausgegangen. "Ich bin sehr realistisch. Die Frage, einen Preis zu gewinnen, hängt oft vom Momentum ab, vom Zufall", hatte sich die Filmerin gegenüber der APA bereits im Vorfeld zurückhaltend gezeigt. Auch in der Sparte Kurzfilme war zuvor der Wahlwiener Regisseur Mo Harawe mit seiner deutsch-österreichischen-somalischen Koproduktion "Will My Parents Come to See Me" ohne Preis geblieben.

Etwas überrascht über die Ehrung als beste Komödie zeigten sich indes die Macher der spanischen Produktion "The Good Boss". "Das ist eigentlich ein Drama", betonte Produzent Jaume Roures in seiner Dankesrede. "Sie haben den Preis an die beiden vermutlich ernstesten Menschen in diesem Saal vergeben", entschuldigte sich Regisseur Fernando León de Aranoa. Auch der große italienische Regisseur Marco Bellochio war über seine Ehrung für "Innovatives Geschichtenerzählen" erstaunt, wie er in seiner auf Italienisch gehaltenen Rede betonte ("Italienisch ist so eine wunderschöne Sprache!"): "Ich bin alt. Normalerweise bekommt man solch eine Ehrung nicht mehr in meinem Alter."

Zu einem bewegenden Moment der Unterstützung für die von Russland attackierten Ukraine kam es bei der Verleihung des Co-Production Awards an die ukrainischen Produzenten. Die beiden Vertreterinnen Julia Sinkevych und Darya Bassel wurden ebenso mit stehenden Ovationen empfangen wie ein Unterstützer mit Ukraine-Flagge, der die Befreiung des von Russland gefangen gehaltenen Journalisten Maksym Butkevych forderte.

Marie Kreutzer kann mit ihrem Sisi-Drama nun noch in der Königskategorie Bester Film reüssieren. Die Entscheidung über die Vergabe der Auszeichnungen treffen die rund 4.400 Mitglieder der Europäischen Filmakademie. Im vergangenen Jahr fand die Preisgala covidbedingt noch virtuell statt. Nun ist man zum regulären Rhythmus zurückgekehrt, wonach der Europäische Filmpreis jährlich wechselnd in Berlin und darauffolgend in einer anderen europäischen Stadt vergeben wird.

(S E R V I C E - https://europeanfilmawards.eu)

Quelle: Agenturen