APA - Austria Presse Agentur

Umjubelte Eröffnung der Barocktage im Stift Melk

01. Okt 2021 · Lesedauer 2 min

In Melk ist Pfingsten auf den Herbst verschoben worden, auch wenn der Auftakt noch im Mai mit Monteverdis "Marienvesper" erfolgen konnte. Musikalische Erleuchtung gab es dennoch, als am Donnerstagabend im Kolomanisaal des Stifts Giovanni Antonini und ein Bläserensemble des Giardino Armonico die Internationalen Barocktage eröffneten und frenetischen Applaus ernteten.

Nach einer fast zwei Jahrzehnte langen Pause - und nachdem im Theater an der Wien gerade eine Aufführungsserie von Cavalieris "Rappresentatione di Anima et di Corpo" mit Il Giardino Armonico zu Ende gegangen war - ist es dem Intendanten Michael Schade gelungen, das legendäre Ensemble wieder nach Melk zu holen. Antonini widmete sich mit seinem Programm der italienischen Musikerdynastie Bassano, die ihre Musizierkunst nach England, an den Hof Heinrichs VIII., trug. Demzufolge lautete das Motto des Abends "Il Viaggio dei Bassano".

Bombarde, Dulzian, Zink, dazu Blockflöten verschiedenster Bauart, Posaune und Orgel: Das siebenköpfige Ensemble sorgte für interessante instrumentale Kombinationen in vitaler Interpretation, allen voran natürlich Antonini, nach wie vor ein veritabler Popstar der Alten Musik. Seine subtile Show wird dabei nie zum Selbstzweck, sondern steht stets im Dienst der Musik und ihrer faszinierenden Ausdrucksmöglichkeiten, ganz im Sinne der Harnoncourt'schen Klangrede.

Die Komponisten des Abends waren durch die Bank eher wenig bekannt, abgesehen von Josquin Desprez, Heinrich Isaac oder Samuel Scheidt. Spannendes Element war in jedem Fall die Kunst der Improvisation, die rund ums 16. Jahrhundert noch praktiziert wurde und nun bei all den Canzonen und Tänzen in virtuoser Souveränität zu meisterlicher Anwendung gelangte.

Große Begeisterung beim Publikum - und damit verbunden nicht zuletzt die Hoffnung, dass auch das Kulturleben trotz Kontrollen und Maskenpflicht allmählich wieder Richtung Normalbetrieb unterwegs ist. Ö1 strahlt das Konzert am Sonntag, 3. Oktober, um 11.03 Uhr in der Sendereihe "Matinee" aus, danach ist es noch sieben Tage in der Radiothek verfügbar. In Melk sind in den kommenden Tagen u.a. noch das Ensemble Zefiro, die Darmstädter Barocksolisten und - zum Abschluss - der Concentus Musicus zu erleben.

(S E R V I C E - Internationale Barocktage Stift Melk, bis 3. Oktober, Tickets und Information: www.wachaukulturmelk.at)

Quelle: Agenturen