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Schauspielgröße und Kinderliebling Erich Schleyer ist tot

07. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Bühnenschauspieler, TV-Star, Geschichtenerzähler und Liebling der Kinder: Publikumsliebling Erich Schleyer ist mit 81 Jahren gestorben.

Erich Schleyer ist am Dienstagabend im Alter von 81 Jahren verstorben wie Elke Hesse, Direktorin des Theaterhauses MuTh, dem "Kurier" bestätigte. Der Schauspieler mit der markanten Wallemähne begeisterte jahrzehntelang Alt und Jung. Kinder kennen ihn als Märchenerzähler mit unverwechselbarem Timbre in der Stimme, der Geschichten zum Leben erwecken konnte.

Dem älteren österreichischen Publikum - oder denen, die mit Schleyer älter wurden - ist der Mime von Engagements von beinah allen großen Wiener Häusern wie der Burg, der Volksoper und dem -theater, der Josefstadt, oder auch von den Salzburger Festspielen, bekannt. Legendär wurde er auch mit seiner Rolle des Frank N. Furter in der "Rocky Horror Show"-Inszenierung von Michael Schottenberg. Schleyer, der bis ins hohe Alter als Künstler aktiv blieb, auch als Kinderbuchautor unter anderem mit seinen "Spirello"-Geschichten erfolgreich.

350 TV- und Film-Auftritte 

Auch im ORF war der Schauspieler ein gern gesehener Gast. Auftritte bei "Kommissar Rex", dem "Tatort" oder "Kaisermühlen Blues" sind nur einige Beispiele aus seiner langen Bildschirmkarriere mit über 350 Fernseh- und Filmrollen. 

Schleyer, 1940 in Dresden geboren, flüchtete Ende der 60er aus der DDR. In Deutschland arbeitete er unter anderem in Düsseldorf, Köln, Hamburg, München und Berlin, aber auch in Zürich und eben in Salzburg, Graz und natürlich Wien. Nach einem Studium an der Theaterhochschule Leipzig spielte er zunächst am Maxim-Gorki-Theater in Ost-Berlin. 1968 flüchtete er in den Westen und arbeitete bei Karlheinz Stroux in Düsseldorf sowie unter der Intendanz von Boy Gobert am Thalia Theater Hamburg. Bereits damals entdeckte er sein besonderes Talent, Sendungen für Kinder zu machen und feierte mit der TV-Kinder-Serie "Das feuerrote Spielmobil" in Deutschland erste Erfolge.

Dieses Talent brachte Schleyer dann auch in Österreich zum Blühen, wo er seine Fernseharbeit für und mit Kindern unter anderem mit den ORF-Sendungen "Erichs Chaos" oder "Der schiefe Turm" fortsetzte.

Sein reichhaltiges Lebenswerk krönte Schleyer im Vorjahr mit dem künstlerischen Geburtstagsfest "Mit 80 wird nichts mehr verschleyert!"

Vielfach ausgezeichnet

Die Liebe des österreichischen Publikums schlug sich auch in Auszeichnungen nieder. Schleyer bekam das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst sowie das Goldene Verdienstzeichen und das Goldene Ehrenzeichen der Stadt Wien verliehen. 2011 erhielt er vom damaligen Bundespräsidenten Heinz Fischer und den Professorentitel. 

"Mit Erich Schleyer ist ein besonderer Künstler und ein einzigartiger Mensch von uns gegangen", so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer zum Tod des Schauspielers und Märchenerzählers. "Erich Schleyer wird vielen Generationen wertschätzend – und stets mit einem Lächeln auf den Lippen – in Erinnerung bleiben. Die Kinder der 1980er und 1990er beeindruckte er als großer, freundlicher Riese mit buntem Märchenkoffer." Mayer hob Schleyers Leistungen als Schauspieler, Autor oder Fotograf hervor, die im deutschsprachigen Kulturgeschehen der letzten Jahrzehnte "unverwechselbare Spuren" hinterlassen haben.  

Marianne LamplQuelle: Agenturen / Redaktion / lam