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Münchner Stadtchef will Roger Waters nicht in der Olympiahalle

10. Okt. 2022 · Lesedauer 2 min

Roger Waters (79) soll in München auftreten. Der bayrische Antisemitismusbeauftragte fordert davor eine Distanzierung von einer antisemitistischen Bewegung des Pink-Floyd-Gründungsmitgliedes. Der Oberbürgermeister ist "irritiert" und bitte die Veranstalter nach Waters Ukraine-Kommentaren, das Konzert noch einmal zu überdenken.

Bayerns Antisemitismusbeauftragter Ludwig Spaenle wirf Waters vor, er habe sich als Unterstützer der Israel-Boykott-Bewegung BDS eindeutig antisemitisch positioniert. "Ich wünsche mir, dass der Musiker sich deutlich von der Bewegung Boykott, Desinvestitionen und Sanktionen (BDS) distanziert", teilte Spaenle am Montag mit.

"Die konkrete Politik jeder Staatsregierung, auch der israelischen, darf man kritisieren. Aber das Existenzrecht des Staates Israels ist für mich unverhandelbar."

Antisemitismus-Distanzierung oder Konzert-Absage

Spaenle forderte die Stadt auf, den Vertrag für das im März 2023 in der städtischen Olympiahalle geplante Konzert zu kündigen, sollte Waters sich nicht von der Boykott-Bewegung distanzieren.

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum hatte Waters 2018 Platz zehn der Rangliste der schlimmsten antisemitischen Vorfälle zugewiesen. Die BDS-Bewegung ruft Musiker, Sportler, Firmen und Politiker dazu auf, nicht in Israel zu investieren oder dort aufzutreten. Waters hat Vorwürfe des Antisemitismus zurückgewiesen und betont, diese Vorwürfe würden immer erhoben, wenn jemand Kritik an israelischer Politik übe.

Oberbürgermeister sehr "irritiert"

Der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) beurteilte auch Äußerungen Waters' zum Krieg gegen die Ukraine kritisch. "Im Lichte der verschwörungstheoretischen Äußerungen zum Angriffskrieg Russlands kann ich auch mit Blick auf unsere Partnerstadt Kiew, die gerade wieder schreckliche Bombenangriffe durch Russland erlebt, nur die Olympiapark GmbH bitten, nochmal zu prüfen, ob dieses Konzert tatsächlich stattfinden muss", teilte er mit. "Es irritiert mich sehr, dass die Olympia-Park GmbH dieses Konzert auf städtischem Grund stattfinden lässt. Ich hatte davon keine Kenntnis." Zuvor hatte die "Süddeutsche Zeitung" über Kritik aus der Münchner Politik an dem Konzert berichtet.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam