APA - Austria Presse Agentur

"Liederatin" Stefanie Werger wird 70

02. Juli 2021 · Lesedauer 3 min

Sie selbst bezeichnet sich als "Liederatin" oder "Rock-Urvieh", doch auch eine Stefanie Werger muss einmal eingestehen: "Langsam wea i miad." So betitelt die Austropopsängerin ihre für 2021/22 angesetzte Abschiedstournee. Auch ein (teilweise) neues Album gibt es zu diesem Anlass. Dabei ist es keineswegs das erste Mal, dass die Musikerin, die am Freitag (2. Juli) 70 Jahre wird, der Bühne den Rücken zukehrt.

Bereits 1998 hatte Werger, die am 2. Juli 1951 im steirischen Maria Lankowitz als Tochter einer Arbeiterfamilie geboren wurde, ihren Bühnenabschied verkündet. Zum Glück für ihre Fans hat sie sich aber nicht eisern daran gehalten. Mit Songs wie "Stark wie ein Felsn" oder "I wü di g'spian" hat sie sich einen Fixplatz in der heimischen Pophistorie ersungen. Dafür gab es 2003 auch einen Amadeus Austrian Music Award als beste nationale Künstlerin im Pop/Rock-Bereich, vor sieben Jahren folgte dann die Ehrung für ihr Lebenswerk.

Während ihres Studiums an der Grazer Musikakademie unterrichtete Werger vier Jahre lang an jener Musikschule, in der sie selbst als Schülerin begonnen hatte. Der Durchbruch gelang der Rockpoetin 1982 mit der LP "Die Nächste bin ich!", es folgten zehn weitere Studioalben und zahlreiche Auszeichnungen (sechs Mal Platin), womit die Künstlerin ihre Position im österreichischen Popgeschehen als erfolgreiche Sängerin manifestieren konnte. Die Platte "Mit uns die Zeit" erschien 1998, 2011 folgte das Comeback mit "Südwind". Seither mussten die Fans auf Neues warten, 2014 veröffentlichte sie die das Best-Of "Die schönsten Liebeslieder".

Zum runden Geburtstag hat Werger nun "Langsam wea i miad" vorgelegt, eine Sammlung von sechs neuen sowie sieben alten Lieblingsliedern. Es sei "ein Herzensprojekt", heißt es dazu auf der Website der Künstlerin. Mit der Platte würde sie "ihre wichtigsten Anliegen wortstark auf den Punkt" bringen. So geht es um das Thema Umwelt ebenso wie die "Gier" und beweist Werger in "Kamasutra" ihren "ureigenen Humor", wovon man sich sicherlich bei ihrer am 16. Oktober in Weiz startenden Abschiedstournee überzeugen lassen kann.

Seit 1992 ist die Sängerin auch als Buchautorin erfolgreich. Ihr Debüt "Am Anfang war die Liebe - Märchen und andere Wahrheiten" wurde ebenso zum Bestseller wie "Wer spricht hier von Diät?", für das sie vom Österreichischen Buchhandel mit dem "Goldenen Buch" ausgezeichnet wurde. Im Oktober 2016 erschien mit "Als ich auszog, berühmt zu werden" ihr bereits zehntes Werk.

Als Krankenschwester Martha in Reinhard Schwabenitzkys Komödie "Eine fast perfekte Hochzeit" unternahm sie auch einen Ausflug in die Schauspielerei. In Michael Ostrowskis Regiedebüt "Hotel Rock'n'Roll" spielte sie die Chefin eines Escort-Service. Ihr Talent für die Kleinkunst erkundete Werger erstmals 2001: "Ganzkörperkultur" lautete der Titel ihres ersten Kabarettprogramms, dem u.a. "Frauen wollen nur das Eine" oder "50plus-Gnadenschuss" folgen sollten. 2012 kehrte sie mit dem Programm "Alles wird gut" auf die Kabarettbühne zurück.

Dass sie aber auch abseits der Bühnen dieses Landes für Aufsehen und Schlagzeilen sorgen kann, stellte Werger bereits mehrmals unter Beweis. 1991 verklagte sie den damaligen FPÖ-Chef Jörg Haider, da bei einer Pro-Haider-Demonstration in einer Werbesendung ihr Lied "Wir brauchen Männer" verwendet worden war. 2006 ging sie recht resolut gegen das geplante Rauchverbot vor, was sie auch mit ihrem Buch "Ich rauche" unterstrich: "Raucherhatz" und "Gehirnwäsche" lehne sie ab, wie Werger damals betonte. Und schließlich wollte sie vor sieben Jahren ihre Villa in der Steiermark verlosen. Nach etwas mehr als einem halben Jahr musste die Aktion aber mangels Nachfrage eingestellt werden.

Quelle: Agenturen