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Walkner verliert auf zweiter Dakar-Etappe über zwei Stunden

Die zweite Etappe der Rallye Dakar in Saudi-Arabien hat Matthias Walkner am Montag viel Zeit und Nerven gekostet. Ein Problem mit der Kupplung bremste das KTM-Motorrad des Salzburgers schon auf den ersten Kilometern des Teilstücks von Bisha nach Wadi Al-Dawasir aus. Erst nach über zwei Stunden konnte er weiterfahren. "Für uns alle unerklärlich - aber wenn es nicht sein will, will es nicht sein", konstatierte Walkner, der seine Chancen auf eine Top-Platzierung begraben musste.

Erst nach rund zweieinhalb Stunden war der Dakar-Sieger von 2018 wieder auf der Strecke. In der Zwischenzeit waren seine Konkurrenten klarerweise auf und davon. Die Etappe ging an den Spanier Joan Barreda, der seinen insgesamt 25. Tagessieg feierte, womit er seinen Landsmann und fünfmaligen Gewinner Marc Coma einholte. Der Honda-Pilot Barreda übernahm auch die Führung in der Gesamtwertung.

Zwar fuhr Walkner noch von Position 95 auf 69 nach vor, die realistischen Chancen auf den angestrebten Podestplatz sind allerdings mit 2:26 Stunden Rückstand auf Barreda dahin. "Extrem enttäuscht" schilderte der 34-Jährige aus Kuchl nachher seine Sicht der Dinge: "Es ist echt ein gewaltiger Scheiß, aber ich kann es nicht ändern."

Nach etwa 45 von 685 Kilometern habe er es mit seinem Bike trotz mehrerer Versuche nicht über "extrem weiche Sandhügel" geschafft, immer wieder sei er hängengeblieben. Er habe dann recht schnell mit einem Getriebe- oder Kupplungsschaden gerechnet. "Ich habe dann die Mechaniker angerufen, alles zerlegt und versucht, die ganzen Kleinteile auf meine Jacke zu geben. Weil alles, was da in den Sand runterfällt, ist mehr oder weniger unauffindbar", berichtete Walkner.

Anschließend habe er etliche Fahrer aufgehalten, bis ihm endlich ein Konkurrent mit einer Kupplungslamelle aushelfen konnte. Davor seien ihm einsam wartend "fast die Tränen gekommen", erzählte er. Mit Kabelbinder und vom Organisationsteam geliehenem Werkzeug flickte Walkner das Motorrad wieder zusammen, fuhr dann aber ohne Kupplung weiter, "was in den Dünen oder im Sand teilweise eine ganz schöne Herausforderung ist". Er habe trotzdem Gas gegeben, sich inmitten von Staubwolken an Lastwägen und Autos vorbeigekämpft, die ihn später teilweise zurücküberholt hätten.

Völlig abgekämpft kam er schließlich im Ziel an. Er wolle nun Tag für Tag versuchen, sich ein Stück weiter nach vorne zu arbeiten. "Jetzt müssen wir schauen, ob das vielleicht eine schlechte Charge von Kupplungen war", erklärte Walkner. "Ich habe noch nie in meinem Leben eine Kupplung ruiniert, und jetzt nach drei Dünen ist sie mehr oder weniger abgebrannt." Die dritte Etappe verläuft 629 Kilometer in einer Schleife um Wadi Al-Dawasir, davon sind 403 Kilometer Wertungsprüfung. Die Piloten erwarten erneut eine schwierige Navigation und viele Dünen.

ribbon Zusammenfassung
  • Die zweite Etappe der Rallye Dakar in Saudi-Arabien hat Matthias Walkner am Montag viel Zeit und Nerven gekostet.
  • Ein Problem mit der Kupplung bremste das KTM-Motorrad des Salzburgers schon auf den ersten Kilometern des Teilstücks von Bisha nach Wadi Al-Dawasir aus.
  • Zwar fuhr Walkner noch von Position 95 auf 69 nach vor, die realistischen Chancen auf den angestrebten Podestplatz sind allerdings mit 2:26 Stunden Rückstand auf Barreda dahin.