GNTM-Gewinnerin Lou-Anne: Sieg "war schon eine Überraschung"

08. Juni 2022 · Lesedauer 8 min

Die 19-jährige Klosterneuburgerin Lou-Anne hat sich in Heidi Klum's Modelshow durchgesetzt und ist nun Germany's Next Topmodel 2022. Im exklusiven Interview bei Café Puls und PULS 24 spricht sie über die Show, die Zeit nach dem Finale und ihre Zukunftspläne.

Lou-Anne hat sich gegen zahlreiche Konkurentinnen durchgesetzt, darunter auch die eigene Mutter. Nun ist sie Germany's Next Topmodel (GNTM). Zurück in Österreich spricht sie exklusiv mit Café Puls und PULS 24 über ihre Zeit in der Show und wie es ist, mit der eigenen Mutter in so einem Bewerb zu sein. Dabei kam der Sieg für die 19-jährige recht überraschend, wie sie selbst erzählt. Außerdem verrät sie in Teil eins des Interviews ihre GNTM-Highlights und wie es ist mit Heidi Klum zusammenzuarbeiten.

Hast du damit gerechnet, dass du gewinnst?

Es war schon eine Überraschung. Ich konnte es eigentlich nicht einschätzen. Alle waren so stark und dann war das so eine 50:50 Chance am Ende und dann ist der Gewinn, Gott sei Dank, bei mir hängen geblieben.

Im Finale warst du auch gemeinsam mit deiner Mutter. Wie war das so, das alles mit deiner Mutter zu erleben?

Also ich fand das ja richtig cool. Wir verstehen uns auch sehr gut, machen auch gerne Dinge zusammen. Deswegen: Es war eine coole Erfahrung.

Aber es kracht dann schon öfter, als mit jemanden, den man nicht so gut kennt, oder?

Oh ja, öfters als mit anderen wahrscheinlich schon, aber trotzdem nicht zu oft.

Gab es einen speziellen Moment in der Sendung, wo du besonders froh warst, deine Mama dabei gehabt zu haben?

Na ja, allgemein war ich eigentlich froh, dass sie dabei war. Dass wir das so zusammen machen konnten. Und ja klar, ich hatte dann natürlich durch sie auch eine Bezugsperson, also eine, die ich natürlich sehr gut kenne, wo ich weiß, dass ich auf sie vertrauen kann. Deswegen fand ich es allgemein sehr schön, dass sie da war. Dass wir das so zusammen durchleben durften und natürlich auch bis zum Ende. Es wäre schade gewesen, wäre eine von uns früher rausgeflogen, find ich und dann hätte die andere das noch alleine durchziehen müssen, weil klar, wir wären trotzdem drinnen geblieben. Aber zusammen war es noch besser, muss ich sagen.

Hat dich deine Mutter zum Modeln und zu deiner Teilnahme bei GNTM inspiriert?

Ich war früher schon bei einer Agentur. Ich hatte aber nicht wirklich viel Zeit. Ich habe auch gearbeitet und so. Ich hätte auch nicht plötzlich mitten am Tag sagen können: Ey, ich muss jetzt zum Casting für einen Job, wo ich dann nicht einmal weiß, dass ich ihn bekomme und dann irgendwie auf meine richtige Arbeit zu verzichte. Aber eigentlich wollte ich das schon immer machen und bei GNTM wollte ich auch schon immer mitmachen, weil ich das einfach richtig cool fand. Einfach so die verschiedenen Aufgaben, die verschiedenen Länder, diese coolen Designeroutfits und dann Heidi – das war so an sich schon immer ein Traum da mitzumachen.

Und wie ist es mit Heidi Klum zusammenzuarbeiten?

Also ich finde, sie ist wirklich eine super Person: so sympathisch und natürlich professionell und man hat sich von Anfang an direkt so gefühlt, als könnte man ihr auch vertrauen. Es war nicht so eine komische Bindung, find ich. Es war schon sehr angenehm. Sie weiß auf jeden Fall, wie sie jemanden dazu bringt, dass er sich dann richtig am Platz fühlt, würde ich sagen.

Was war denn dein größtes Highlight bei GNTM?

Um ehrlich zu sein: Ich fand die ganze Reise ein Riesenhighlight, natürlich, dass ich nach L.A. gekommen bin. Ich bin allgemein durch GNTM in Länder gekommen, wo ich vorher nie war – ich war noch nie in Athen vorher, noch nie auf Mykonos, ich war eben noch nie in L.A. Ich bin jetzt auch für die Proben eben in die Schweiz gefahren. Deswegen: Ja, ich würde sagen, das Ganze war ein Highlight. Der Opener-Dreh, der Faces Job und das Finale vor allem.

War es aber auch anstrengend oder hat das ganze nur Spaß gemacht?

Nachdem mir das Allgemein viel Spaß macht, fand ich das auch gar nicht so anstrengend. Also, ich hätte das am Abend auch noch weiter machen können.

Was war das, wo du sagst: Da bin ich froh, dass das vorbei ist? Die vielen Mädels?

Nein, nein, wir haben uns eigentlich alle ganz gut verstanden. Ein Wunder, weil am Anfang dachte ich: Oh Gott, mit so vielen Mädchen auf einen Haufen in einer WG und ich war nie der Typ dafür, dass ich in einer WG wohnen möchte, weil ich dachte: Nein, das wird zu chaotisch werden. Aber, wir haben es gut gepackt.

Und es ist klar, dass es zwischendurch ein paar Diskussionen gibt. Ich meine, die sind auch normal - gehören zur Sendung dazu, ja. Aber es war alles echt. Also, wenn es gekommen ist, ist es gekommen.

Was war deine größte Challenge bei GNTM? Wo hast du dir am schwersten getan?

Am schwersten habe ich mir bei dem Jeremy Scott Shooting und Walk getan. Das war ja so zwei in eins und da habe ich mir selber so viel Stress gemacht, dass ich dann eigentlich das ganze Ding ja verhaut habe. Und da bin auch noch so knapp durchgekommen. Also von diesen Aufgaben, Challenge her was das das Schwierigste.

Davor auf Mykonos gab es noch diesen kurzen Videodreh, wo wir aus dem Auto gezogen wurden. Das war eigentlich wirklich cool, aber da war ich viel zu schnell mit meinem Text und war dann glaub ich nach 15 Sekunden fertig. Deswegen viel zu kurz und die Geschichte war anscheinend auch nicht ganz so toll, also das war jetzt auch nicht so der Kracher.

Wer von den Gastjuroren war dein persönliches Highlight?

Na ja, wen ich sehr sympathisch fand war Peter Dundas. Das war, als wir diesen Labyrinth-Walk hatten. Der war so, so lieb und er hat auch wenn die Kamera nicht da war, ganz normal mit einem gesprochen. Also es war nicht nur Show. Krass, dass Maye Musk da war. Damit hätte wirklich keiner gerechnet und das war ja auch die eine Person, die meine Mutter richtig, richtig gefreut hat. Aber ja, es waren so viele da. Ich fand eigentlich alle wirklich toll.

Was war dein Lieblingsfotoshooting?

Das war auf jeden Fall das Trampolin-Shooting, weil das fiel mir irgendwie so leicht – warum auch immer. Ich hatte auch voll die Ausdauer da, obwohl ich gar nicht so viel Sport mache – eigentlich ziemlich selten - aber das hat mir auch viel Spaß gemacht. Da war ich dann auch eine der Besten. Da hatten wir auch das Foto schnell drinnen. Das sah auch wirklich toll aus, weil irgendwie sah das so gelassen aus. Viele meinten auch: Es sieht so gephotoshopt aus. Das ist auch irgendwie die Kunst, find ich.

Und natürlich das Cover-Shooting, das hat mir auch Riesenspaß gemacht mit diesen Aliens oder Roboter und der Landschaft. Set-Card-Shooting war auch toll, da wurde ich das erste Mal mit Madonna verglichen. (lacht.) Ja, ich fand alle Fotoshootings irgendwie toll.

Deine Gelassenheit wurde in der Sendung immer wieder thematisiert und als deine Stärke bezeichnet. Was ist da dein Geheimnis? Wie wird man so gelassen?

Ich kann auch alles andere als gelassen sein. (lacht.) Aber irgendwie ist das bei der Sendung nicht so hervorgekommen, weil es mir einfach so viel Spaß gemacht hat. Aber, ja, vor allem da mussten wir uns auf die Sachen einfach einlassen. Wir wussten sowieso nicht was kommt und wir konnten einfach nur in dem Moment das Beste aus einem rausholen und ich glaub, das war dann auch einfach so der Key. Ich dachte mir: Genieß das jetzt einfach, mach dein Ding und hab Spaß. Ich glaub, das hat mir dann einfach so den Push gegeben so gelassen zu sein. Aber ja, ich kann auch, wie gesagt, alles andere als gelassen sein. Manchmal da will ich einfach von Anfang an direkt wissen: Was ist der Plan? Wann ist was? Und wenn ich mir selbst Stress mache, das ist überhaupt nicht gut. Das hat man dann auch eben bei dem Jeremy Scott Walk und Fotoshooting gesehen. Da habe ich mir so viel Stress gemacht. Und was war das Ergebnis? Es war schlecht.

Was würdest du jemanden raten, der auch bei GNTM mitmachen möchte bzw. auch Model werden will? Was sind deine Tipps?

Also auf jeden Fall sollte man schon davor sich Selbstbewusstsein aufgebaut haben. Man sollte auch eine dicke Haut haben, weil wenn man mit Hate (engl. Hass, Anm.) nicht umgehen kann, das kann einen auch wirklich, wirklich fertig machen und man will ja auch nicht aus der ganzen Sache kaputter raus gehen als davor. Deswegen: Selbstbewusstsein ist sehr wichtig, einfach zu sich stehen und ja.

Was jetzt GNTM betrifft: Beim Bewerbungsvideo muss es gar nicht so aufwendig sein. Einfach irgendwas Interessantes raushauen, auch beim Casting. Man sollte sich davor schon mal überlegen, was man sagen möchte. Und jetzt nicht so etwas wie: Ich steh jeden Tag um 6 Uhr auf und frühstücke – weil das interessiert sie nicht. Einfach eine interessante Seite von sich zeigen. Die Antworten nicht zu kurzhalten, also keine Ja-Nein-Antworten, weil damit können die halt auch nichts anfangen. Und ja, einfach sich selber zeigen. Nicht verstecken

In Teil zwei des großen Exklusiv-Interviews spricht Lou-Anne über die Zeit nach dem GNTM-Finale und ihre Pläne für die Zukunft.

Disclaimer: PULS 24 gehört zur ProSiebenSat1Puls4-Gruppe.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea