APA - Austria Presse Agentur

Festspielhaus Baden-Baden will Festival-Labor werden

18. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

Das Festspielhaus Baden-Baden setzt im neuen Jahr voll auf Festivals und will das Publikum stärker beteiligen. Schon bei den jüngsten Veranstaltungen nach der Corona-Pause habe man die Begeisterung der Besucher gespürt, wenn sie direkten Kontakt zu Künstlern hatten oder Proben besuchen konnten, sagte Intendant Benedikt Stampa anlässlich der Programmvorstellung am Donnerstag. Acht Festivals sind für 2022 geplant.

Teil des nächstjährigen Programms sind etwa die Osterfestspiele mit den Berliner Philharmonikern um Chefdirigent Kirill Petrenko und das SWR3 New Pop Festival. Mit "The World of John Neumeier" gibt es ein neues Tanzfestival. Vor allem junges Publikum soll mit einem "Takeover"-Festival angesprochen werden. Dabei könnten Interessierte unter anderem mit einem DJ und Vogelkundler durch den Stadtwald spazieren und die Verbindung von Natur und Kultur suchen.

Gerade in dem kürzlich als UNESCO-Welterbestätte ausgezeichneten Kurort könne man die ganze Stadt bespielen, sagte Stampa, der auch Vorsitzender der Deutschen Konzerthauskonferenz ist. Wer drei oder mehr Nächte bleibt, könne so ein breites Programm erleben.

"Wir kommen dem Trend nach, dass sich Künstler und Besucher an einem Ort aufhalten können und nicht durch die Welt jetten müssen", hieß es. Nicht zuletzt unter Umweltaspekten sei das ein wichtiger Wandel. Für die nächsten zehn bis 15 Jahre solle Baden-Baden zum "Labor" werden. Anreisen innerhalb Europas mit dem Zug seien gerade auch für die Künstler kurzfristiger und flexibler planbar als große Tourneen. "Riesentourneen wird es weiter geben", sagte Stampa. Aber vielleicht komme nicht jedes Jahr ein Orchester aus den USA nach Europa.

Mit 2.500 Sitzplätzen gehört das Festspielhaus zu den größten Spielstätten klassischer Musik in Europa. Das Programm 2022 ist gespickt mit großen Namen wie Anne-Sophie Mutter, Plácido Domingo, Anna Netrebko, Jonas Kaufmann, Sonya Yoncheva, Sir Simon Rattle, Diana Damrau und Rolando Villazón. "Wir setzen voll auf Angriff", sagte Stampa. Dass die Corona-Pandemie ihm einen Strich durch die Rechnung machen könnte, glaubt er nicht. "Da habe ich keine Angst."

Quelle: Agenturen