ESC-Favorit Akylas: "Werde zwei Wochen nur Schnitzel essen!"
Mit "Ferto" bewegt sich der queere Akylas Mytilinaios zwischen Videospiel und griechischsprachigem Rap und trat in Oslo mit Felljacke und Teddybär auf. Der 27-Jährige findet sich dabei im Feld der humorvollen Beiträge, die erfahrungsgemäß im Vorfeld als Fanlieblinge hochgehandelt werden, für die es zum Sieg oftmals aber nicht reicht. Ein Finalticket dürfte Akylas im ersten Semifinale in der Wiener Stadthalle am 12. Mai aber auf jeden Fall sicher sein.
In Oslo sprach der Sänger mit der APA über Schweiß, seine Vorbilder und Schnitzel.
APA: Sie haben eine Felljacke an wie Chewbacca aus "Star Wars". Wie überleben Sie das in dieser Hitze?
Akylas: Oh, ich schwitze darunter wie nur was. Aber ich fühle mich darin so extravagant, das ist wichtiger.
APA: Apropos extravagant. Gibt es einen Star aus der ESC-Geschichte, der Sie beeinflusst respektive zum Fan gemacht hat?
Akylas: Ich bin ein Riesenfan des ESC - und das verdanke ich vor allem Verka Serduchka mit "Dancing Lasha Tumbai". Das war eine große Inspiration allgemein und für meinen Song "Ferto" im Speziellen. Als ich sie 2007 bei Eurovision gesehen habe, war ich nur so: OH MEIN GOTT!!!!! Damals war das noch alles andere als üblich, Menschen wie Verka auf der ESC-Bühne zu sehen. Aber sie war so mutig und hat sich überhaupt nicht darum geschert, was andere gesagt haben. Sie wollte nur Spaß haben. Ich liebe sie und bin unheimlich aufgeregt, nachdem ich gehört habe, dass sie in Wien auftritt.
APA: Na, da wird sich doch ein kleines Treffen zwischen Fan und Star ausgehen ...
Akylas: Ich hoffe es so sehr. Und wenn es nur zwei Minuten sind, in denen ich mit ihr sprechen kann ... Sie ist ja schließlich so was wie meine Dragmother!
Sieg ist das Ziel
APA: Und die Dragmother war als Mentorin durchaus erfolgreich. Sie gelten derzeit als einer der Favoriten auf den Sieg in Wien. Beflügelt Sie das? Oder macht Sie der Druck eher fertig?
Akylas: Ich versuche, mir die Wettquoten nicht anzuschauen. Aber mein Telefon quillt über. (lacht) Also ja: Der Druck ist schon da. Aber ich versuche einfach, mich auf meine Arbeit zu konzentrieren und 100 Prozent zu geben, um besser zu werden. Sie glauben nicht, wie viele Proben ich mache! Aber ich bin halt einfach so nervös, weil ich Griechenland repräsentiere.
APA: Was für eine Künstlertype sind Sie denn? Dabeisein ist alles? Oder alles auf Sieg?
Akylas: Wer möchte denn nicht die Nummer 1 werden?
APA: Vorgeblich alle Ihre Konkurrenten. Die sprechen nur von Liebe, Frieden und dem Glücksmoment, einfach auf der Bühne stehen zu dürfen, wenn ich sie frage ....
Akylas: Klar will ich meinen Spaß haben - aber es wäre irre, wenn wir das Ding nach Griechenland holen! Unser letzter Sieg war schließlich 2005. Und mein Song heißt "Ferto" - was so viel wie "Her damit" bedeutet. Allerdings ist 2026 ein echt starkes ESC-Jahr mit tollen Künstlern und Songs.
In Wien lockt das Schnitzel
APA: Haben Sie denn persönlich einen Favoriten neben Ihrem eigenen Song?
Akylas: Ich liebe Santoshi aus der Republik Moldau, der ebenso energetisch unterwegs ist wie ich. Und ich liebe auch Dänemark.
APA: Worauf freuen Sie sich denn in Wien?
Akylas: Ich war ja neulich für den Postkartendreh kurz da - und ich hatte bei Euch das beste Schnitzel meines Lebens! Ich werde da zwei Wochen lang nur Schnitzel essen!
(Das Gespräch führte Martin Fichter-Wöß/APA)
(S E R V I C E - www.eurovision.com/stories/akylas-sing-for-greece-vienna-2026/ )
Zusammenfassung
- Der 27-jährige Grieche Akylas gilt mit seinem Song "Ferto" als einer der Favoriten beim Eurovision Song Contest 2026 in Wien, nachdem er bei der ersten großen Preparty in Oslo besonders auffiel.
- Akylas tritt am 12. Mai im ersten Semifinale der Wiener Stadthalle auf und möchte nach dem letzten griechischen ESC-Sieg 2005 den Wettbewerb erneut für sein Land gewinnen.
- Der Künstler betont seine Inspiration durch Verka Serduchka, spricht offen über den Druck der Favoritenrolle und freut sich besonders auf zwei Wochen Schnitzel in Wien.
