APA - Austria Presse Agentur

Bestsellerautor Paulo Coelho sieht Bücher bald im Museum

22. Apr 2020 · Lesedauer 2 min

Der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho ("Der Alchimist") glaubt nicht an die Zukunft des gedruckten Wortes. "Das Buch wird ins Museum kommen, es ist auf schnellem Weg dorthin", sagte Coelho der Zeitung "Folha de S. Paulo" in einem Gespräch, das am Dienstagabend (Ortszeit) veröffentlicht wurde.

Der brasilianische Schriftsteller Paulo Coelho ("Der Alchimist") glaubt nicht an die Zukunft des gedruckten Wortes. "Das Buch wird ins Museum kommen, es ist auf schnellem Weg dorthin", sagte Coelho der Zeitung "Folha de S. Paulo" in einem Gespräch, das am Dienstagabend (Ortszeit) veröffentlicht wurde.

Coelho, der 1947 in Rio de Janeiro geboren wurde, ist derzeit dabei, seine Stiftung in Genf, wo er mit seiner Frau, der Künstlerin Christina Oiticica lebt, in ein neues, fünfstöckiges Gebäude zu verlegen. Die Immobilie hatte der "Folha" zufolge früher auch schon eine Schweizer Bank beherbergt. Nun soll sie einen bereits bestehenden Raum von 200 Quadratmetern mit Tausenden Dokumenten und Objekten Coelhos und Werken seiner Frau erweitern. In dem Wohnhaus war kein Platz mehr für das Archiv des Bestsellerautors, der sich mit Werken über die Suche nach Sinnhaftigkeit, Erkenntnis, Lebensglück und Erfüllung in die Herzen seiner Leser auf der ganzen Welt schrieb.

"Es war das erste Mal, dass ich alle meine Übersetzungen zusammen gesehen habe, und die Bücher nahmen viel mehr Platz ein als ich mir vorgestellt hatte", sagte Coelho, der laut seinem Zürcher Verlag Diogenes bis zu seinem 70. Geburtstag vor drei Jahren 215 Millionen Bücher in 81 Sprachen verkauft hatte. Auch an die schlimmen Erfahrungen seines Lebens soll die Stiftung erinnern: Im ehemaligen Tresor der Bank plant Coelho, der in der Zeit des brasilianischen Militärregimes, gegen das er mit Songtexten aufbegehrte, gefoltert wurde, eine Ausstellung zum Thema Diktatur.

Quelle: Agenturen