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Beeindruckendes Projekt "Mirage" im Festspielhaus St. Pölten

25. Jan. 2026 · Lesedauer 2 min

Im ausverkauften Festspielhaus St. Pölten hat am Samstagabend die Produktion "Mirage" gastiert, das erste Projekt des französisch-belgischen Choreografen Damien Jalet mit dem Ballet du Grand Théâtre de Genève, zugleich in Fortsetzung der Zusammenarbeit mit dem japanischen bildenden Künstler Kohei Nawa. Ein ebenso beeindruckender wie ambivalenter Abend.

Optische Illusionen und erstaunliche Lichteffekte zwischen meditativ-halluzinatorischen Bildern und psychedelisch anmutenden Klängen von Thomas Bangalter veranschaulichen organische Metamorphosen von Körperlichkeit, ausgehend von menschlicher Gestalt, die im Finale zu einer Art kollektivem Tausendfüßler mutiert, nachdem die Tänzer mit glitzerndem Sternenstaub übergossen wurden. Geradezu artifiziell wirken diese Passagen, als hätten Jalet und Nawa die Herausforderung angenommen, besser als oder zumindest gleich gut wie KI agieren zu können.

Zu Beginn formieren sich Gruppen, lösen sich wieder auf, laufen aneinander vorbei, in unterschiedlichen Geschwindigkeiten, stoppen ab, verlaufen sich, verbleiben in Isoliertheit. Zwischenmenschliche Interaktion, geschweige denn erkennbare Emotion, findet nicht statt.

Später dräut Nebel, Täuschungen wie bei einer Fata Morgana erzeugen fotogene, relativ breit ausgespielte Tableaus, was dem bloß einstündigen Event doch Längen verpasst. Nachvollziehbar ist somit die Bandbreite der Reaktionen des Publikums zwischen euphorischem Jubel und sichtlicher Zurückhaltung.

(Von Ewald Baringer/APA)

Zusammenfassung
  • Im ausverkauften Festspielhaus St. Pölten gastierte am Samstagabend das etwa einstündige Tanzprojekt "Mirage" von Damien Jalet und dem Ballet du Grand Théâtre de Genève in Kooperation mit Kohei Nawa.
  • Die Inszenierung beeindruckte mit optischen Illusionen, Lichteffekten und psychedelischen Klängen von Thomas Bangalter, wobei die Tänzer im Finale mit Sternenstaub übergossen und zu einem kollektiven Tausendfüßler wurden.
  • Die Publikumsreaktionen reichten von euphorischem Jubel bis zu sichtlicher Zurückhaltung, was auf die ambivalente Wirkung des Abends und die als lang empfundenen Tableaus zurückgeführt wurde.