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Andrang bei Präsentation von Rudolf Schönwalds Erinnerungen

02. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

"Die Welt war ein Irrenhaus" heißt die von Erich Hackl nacherzählte Lebensgeschichte des 1928 geborenen Künstlers und Kunstprofessors Rudolf Schönwald. Für ein volles Haus und dichtes Gedränge sorgte die gestrige Präsentation im Dachgeschoß der Wiener Galerie Ulysses. Unter den Gästen von Hausherr John Sailer waren Ex-Burgtheaterdirektorin Karin Bergmann und Architekt Luigi Blau, Publizistin Barbara Coudenhove-Kalergi, Historiker Philipp Blom und Film-Legende Peter Kubelka.

Gemeinsam mit Rudolf Schönwald, der am 30. Juni seinen 94. Geburtstag feiert, schwelgten die Besucher in Anekdoten aus der wilden Wiener Kunstszene der 50er-Jahre. Erinnerungen an Künstlerpersönlichkeiten wie Georg Eisler und Alfred Hrdlicka sowie an Begegnungen mit Klaus Kinski, Jean Genet und Roger Blin machen das Buch zum Lesevergnügen. Schönwalds Erzählungen aus diesen Jahren sind das Zentrum des Buches, das aber auch eine Überlebensgeschichte ist. Unter prekären Bedingungen überlebten Rudolf Schönwald und sein Bruder, die als "jüdisch versippt" galten und im Mai 1943 mit einem Schlepper nach Ungarn geflüchtet waren. Den Massendeportationen und Massakern an ungarischen Juden konnten sie nur dank der Hilfe engagierter Menschen und des Glücks in einigen heiklen Situationen entgehen.

(S E R V I C E - Rudolf Schönwald: "Die Welt war ein Irrenhaus. Meine Lebensgeschichte. Nacherzählt von Erich Hackl", Zsolnay Verlag, 302 Seiten, 26,80 Euro)

Quelle: Agenturen