APA - Austria Presse Agentur

Salzburger Corona-Testauswerter stößt an seine Grenzen

17. Nov 2021 · Lesedauer 2 min

In Salzburg beklagen Personen immer wieder, dass sie ihre Testergebnisse erst nach Tagen erhalten. Das in dem Bundesland führende auswertende Labor Novogenia stößt an seine Kapazitätsgrenzen.

"Bedingt durch ein extrem hohes Aufkommen von positiven Proben ist das gemeinsame Analysieren der Proben (Pooling) im Novogenia Labor derzeit in vielen Fällen nicht mehr möglich", teilte Novogenia am Donnerstag in einer Aussendung mit. Über 40 Prozent der Pools wären zurzeit positiv und müssen daher in aufwendigen Einzelanalysen aufgelöst werden. Das ziehe eine Vervielfachung der notwendigen Analysen nach sich.

Aus diesem Grund komme es zu erheblichen Zeitverzögerungen bei der Ergebnisübermittlung, erklärt Novogenia.

Vierprozentige Positivrate bei Tests

"Die extreme Positivrate, die derzeit viele Labors an ihre Grenzen bringt, hat auch bei uns die Grenze des Machbaren erreicht. Wir haben in den letzten zwölf Stunden 250.000 Proben erhalten, die in Zeiten einer niedrigen Inzidenz problemlos analysierbar waren. Die extrem hohe Positivrate jenseits der vier Prozent hat nun unsere Rückstellproben-Analysekapazität überwältigt. Es wird nicht möglich sein, alle Rückstellproben in dem gesetzten Zeitrahmen zu analysieren“, erklärt Daniel Wallerstorfer, CEO von Novogenia.

Das bedeutet, dass derzeit 94 Prozent der Ergebnisse ausgeliefert werden können, sechs Prozent (alles Rückstellproben) jedoch kein Ergebnis erhalten werden.

Was ist "Pooling"?

Beim Pooling werden mehrere Proben - bisher waren es zehn Stück - gemeinsam ausgewertet. Eine positive Probe in einem Pool führt also dazu, dass anstelle einer Auswertung insgesamt elf einzelne Auswertungen nötig werden, um festzustellen, welche Personen in diesem Pool positiv getestet wurden.

Bei niedrigen Inzidenzen ist Pooling als ein zeitsparender Weg, um viele Tests auszuwerten. Die derzeit hohen Inzidenzzahlen in ganz Österreich und in den Bundesländern, in denen Novogenia seine Dienste anbietet, bringen das System jedoch an seine Grenzen, da sehr viele zusätzliche Auswertungen notwendig werden.

Triage-Team eingesetzt

Aufgrund der Überlastung in den Salzburger Landeskliniken wurde am Mittwoch ein Team zusammengestellt, das entscheidet, welche Patienten noch intensivmedizinisch behandelt werden können.

Quelle: Redaktion / apb