APA - Austria Presse Agentur

Wrabetz: GIS soll um acht Prozent steigen

05. Okt 2021 · Lesedauer 3 min

Mit frühestens 1. März soll die ORF-Gebühr um 1,38 Euro pro Monat bzw. 5 Cent pro Tag steigen.

ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz will acht Prozent mehr Gebühren von GIS-pflichtigen Haushalten für den ORF. Zunächst muss allerdings der Stiftungsrat und später die Medienbehörde KommAustria zustimmen. In Kraft treten würde die Erhöhung frühestens mit 1. März, wie Wrabetz vor Medienvertretern erklärte.

Wrabetz und Neo-Generaldirektor Roland Weißmann bereiteten die Neufestsetzung des Programmentgelts im Einvernehmen vor. Laut den beiden gilt es eine geschätzte Inflation von zehn Prozent abzudecken. "Wir haben uns dazu entschlossen, an den unteren gesetzlichen Rahmen zu gehen und acht Prozent vorzuschlagen", sagte der amtierende ORF-Chef.

Da die Gebühren in etwa zwei Drittel des Unternehmensumsatzes ausmachen, sei es "essenziell", diese richtig zu bemessen. "Wir rechnen nicht mit einer schlechten Werbesituation, aber mittelfristig ist das Wachstumspotenzial klassischer Werbung nicht so groß. Daher kommt der Anpassung der Programmentgelte besondere Bedeutung zu", meinte Wrabetz. Selbst im Falle der nun angestrebten Erhöhung würden die Gebühren laut Wrabetz durch die Inflation im Zeitraum 2008 bis 2026 real um 15 Prozent sinken.

ORF will acht Prozent mehr Gebühren

Erhöhung fließt in mehr österreichisches Programm

Weißmann will in "Programm, Programm, Programm" investieren. Dabei könne sich der Gebührenzahler auf mehr österreichische Fiktion einstellen - teilweise in Kooperation mit Netflix wie etwa im Falle der Serie "Die Totenfrau", gemeinsam mit ZDF wie bei "Soko Linz" oder mit dem BR bei "Alles finster - Überleben für Anfänger". Kooperationen seien neben den ebenfalls geplanten Eigenproduktionen wichtig, um "mit überschaubarem Budget möglichst viel Programm" bieten zu können und zugleich von den Besten zu lernen.

Starnacht im Burgenland und mehr Universum

Um die Regionalität zu stärken, sollen im nächsten Jahr die "Starnächte" um eine im Burgenland erweitert werden. Ziel ist es zudem, die bisher sieben "Universum"-Eigenproduktionen pro Jahr auf zwölf zu erhöhen. ORF III, das im nächsten Jahr zehnjähriges Bestehen feiert, soll mehr Budget für Information und Kultur erhalten. "Geplant ist, ORF III weiterhin so erfolgreich zu führen und auszubauen", so Weißmann. Geprüft werde, ob der ORF eine zusätzliche Korrespondentenstelle aufmachen kann, um die "Information hochzuhalten und auszubauen." In den nächsten 14 Tagen soll bereits die "ZiB" auf TikTok durchstarten.

Wie man mit real weniger Geld all das finanzieren könne? Man habe es durch "knochenharte, tägliche Arbeit" geschafft, in den vergangenen zehn Jahren die Kosten in der Produktion um 20 Prozent zu senken, erklärte Weißmann. Wenig Einsparungspotenzial böte es dagegen, ORF Sport + als Streamingkanal zu führen. Sendermieten zahle man im Paket, so Wrabetz.

Gis in der Steiermark am höchsten

Die Anpassung der Programmentgelte ist im ORF-Gesetz verankert. Eine Anpassung muss alle fünf Jahre erfolgen. Derzeit erhält der ORF monatlich 17,21 Euro aus Radio- und Fernseh-Entgelt. Zu diesem Betrag kommen noch Gebühren und Abgaben an Bund und Länder hinzu, wobei die Landesabgabe variiert. In der Steiermark ist sie mit 5,80 Euro am höchsten. Dort fallen insgesamt 26,73 Euro an Gebühren an. In Oberösterreich und Vorarlberg gibt es dagegen keine Abgabe an das Land und die Gebühr ist mit 20,93 Euro spürbar billiger.

Der ORF nimmt aktuell rund 650 Mio. Euro aus Gebühren ein. Findet der Antrag auf eine achtprozentige Erhöhung Zustimmung, stehen dem ORF im nächsten Jahr rund 20 Mio. Euro mehr zu Verfügung. Mit wie viel mehr Geld das öffentlich-rechtliche Unternehmen in den Folgejahren kalkulieren kann, konnten Wrabetz und Weißmann spontan nicht beantworten. Man habe es mit "komplizierten Mechanismen" zu tun.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam