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Nacktbild des kranken Sohnes an Arzt - Google meldet Vater der Polizei

22. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Mitten in der COVID-Pandemie entdeckte ein Vater im Intimbereich seines Kleinkindes eine Infektion. Da die Arztpraxen geschlossen waren, schickte er dem Arzt ein Bild seines nackten Kindes. Google schlug Alarm.

Anfang 2021 befand sich die Welt noch im tiefen Corona-Chaos. Ein Vater aus den USA entdeckte in dieser Zeit auf dem Penis seines jungen Sohnes eine Infektion. Da die Arztpraxen geschlossen waren, schickte der Vater dem behandelnden Arzt mehrere Nacktbilder vom Schambereich seines Kindes. Per Videochat wurde anschließend eine Sprechstunde abgehalten, um den Kind die richtigen Antibiotika zu verschreiben.

Wie die US-Zeitung "New York Times" nun berichtet, wurde der Vater wegen den verschickten Bildern von Google als kriminell eingestuft und der Polizei gemeldet. 

Account-Sperre

Google hatte die Bilder fälschlicherweise als Child Sexual Abuse Material (CSAM) gekennzeichnet. Der angebliche Fall von Kindesmissbrauch führte dazu, dass dem US-Amerikaner sein Google-Account gesperrt wurde. Zwei Tage nach den Versenden des Bildmaterials wurde der Vater informiert, dass sein Konto wegen "schädlicher Inhalte" deaktiviert worden sei.

Zudem wurde eine Meldung beim Center for Missing and Exploited Children (NCMEC) eingereicht – was wiederum Polizeiermittlungen nach sich zog. Die Ermittlungen wurden inzwischen eingestellt, doch bis heute hat der Mann keinen Zugang zu seinen Fotos, seinem E-Mail-Account, seinen Kontakten und seiner Telefonnummer. 

Chat-Scan

Dass es zu so einem Fall kommen konnte, liegt an dem System, das Apple und Google verwendet. Die Cloud-Dienste dieser beiden Konzerne untersuchen die Inhalte ihrer Nutzer:innen auf Darstellungen von Kindesmissbrauch.

Um große Datenmengen überprüfen zu können, wird Bildmaterial automatisch mit einer Datenbank an Hashes abgeglichen. Dabei handelt es sich um eine Art digitale Fingerabdrücke, mit deren Hilfe bekanntes Missbrauchsmaterial erkannt wird. 

Vereinfacht gesagt, wird die Fotos in der iCloud verglichen und verdächtige Duplikate mit einem Zertifikat versehen. Das erlaubt Apple die iCloud zu öffnen und zu prüfen. Alarm schlagen soll das System erst nach einer bestimmten Anzahl von Treffern – wie viele das sind, darüber schweigt Apple bisher.

Astrid PozarekQuelle: Redaktion / poz