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Mars-Rover zeichnete erstmals Geräusche von Staubteufel auf

13. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Der Mars-Rover "Perseverance" hat laut einer aktuellen Studie erstmals Geräusche eines Staubteufels aufgezeichnet, als der Wirbelsturm über seine Oberfläche hinwegfegte.

"Wir haben einen Volltreffer gelandet", sagte Naomi Murdoch, Planetenforscherin am französischen Weltraumforschungsinstitut Isae-Supaero und Hauptautorin der am Dienstag in der Zeitschrift "Nature Communications" veröffentlichten Studie.

Die Forscher erhoffen sich von der Aufzeichnung ein besseres Verständnis von Wetter und Klima auf dem Roten Planeten - einschließlich dazu, wie seine trockene Oberfläche und dünne Atmosphäre einst Leben ermöglicht haben könnten.

Kurzlebige Luftwirbel voller Staub

Staubteufel sind kurzlebige Luftwirbel voller Staub, die an der Marsoberfläche häufig auftreten. Sie entstehen infolge großer Unterschiede zwischen Boden- und Lufttemperatur. Besonders häufig werden sie im Jezero-Krater beobachtet, wo der "Perseverance"-Rover von der Größe eines Geländewagens seit Februar 2021 im Einsatz ist. Bisher war es ihm aber noch nie gelungen, einen der Wirbel aufzunehmen.

Diesmal fing das Mikrofon der Rover-SuperCam jedoch erstmals die gedämpften, surrenden Geräusche des Staubteufels ein. "Wir hören den Wind, der mit dem Staubteufel einhergeht, in dem Moment, in dem er ankommt - und dann nichts mehr, weil wir uns mitten in seinem Auge befinden", sagte Studienleiterin Murdoch. Dann kehre der Ton zurück, während "das Mikrofon die zweite Wand" des Staubteufels durchquere. Die vom Aufprall des Staubs verursachten Töne ermöglichen es den Forschern laut Murdoch nun, die Struktur und das Verhalten des Wirbelsturms zu untersuchen.

Aufnahme könnte zu Rätsellösung führen

Die Aufzeichnung könnte auch zur Lösung eines Rätsels beitragen, das den Wissenschaftern seit Langem Kopfzerbrechen bereitet: An einigen Stellen des Mars "ziehen Wirbelstürme vorbei und saugen Staub beim Reinigen der Sonnenkollektoren des Rovers auf". In anderen Gebieten hingegen ziehen die Wirbelstürme vorbei, ohne viel Staub aufzuwirbeln. "Sie bewegen nur Luft", sagte Murdoch, die Forscher könnten sich nicht erklären, warum.

Wechselwirkungen zwischen Boden und Atmosphäre erforschen

Die Analyse des Mars-Staubs ermögliche es nun auch, die Wechselwirkungen zwischen dem Boden und der extrem dünnen Atmosphäre des Planeten zu erforschen, sagte Forscher und Studien-Mitautor Sylvestre Maurice. Ihm zufolge war die Atmosphäre vor Milliarden von Jahren viel dicker gewesen - eine Voraussetzung für das Vorhandensein von lebensnotwendigem Wasser.

"Man könnte meinen, die Erforschung des heutigen Mars-Klimas habe nichts mit der Suche nach Spuren von Leben aus der Zeit vor Milliarden von Jahren zu tun", sagte er. Doch alles sei "Teil eines Ganzen". Denn die Geschichte des Mars sei eine Geschichte extremer klimatischer Veränderungen - von einem feuchten, heißen zu einem völlig trockenen und kalten Planeten.

Quelle: Agenturen / Redaktion / poz