"Fenster schließen" - New York verunsichert mit Atomangriff-Video

14. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Der Ukraine-Krieg sorgte zuletzt für Besorgunis um eine gar nukleare Eskalation. Die Stadt New York hat nun ein Video mit Verhaltensanweisungen im Fall eines Atomangriffs veröffentlicht - und sorgt im Netz für Verunsicherung und Spott.

Ein Atomangriff - was während des Kalten Krieges zeitweise realistisches Schreckensszenario war, ist für viele mit dem Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine wieder zu einer Möglichkeit geworden. Das will offenbar auch die US-Metropole New York mit einem Video mit Verhaltenstipps im Falle eines Atomangriffs vermitteln.

"Es gab also einen Nuklearangriff, frag mich nicht wie und warum", sagt eine Schauspielerin im Video, während sie durch die 3D-Grafik einer New Yorker Straße spaziert. Die "nukleare Vorsorge" unmittelbar nach einer Atombombenexplosion besteht vor allem aus drei Schritten, wie die Frau erörtert: Gehen Sie nach drinnen, bleiben Sie drinnen und verfolgen Sie die Durchsagen über das weitere Vorgehen."

Des weiteren empfiehlt die Sprecherin, alle Fenster zu schließen und sich nach einem Aufenthalt im Freien sofort zu waschen und die Kleidung zu entsorgen. Das sind freilich gute Ratschläge, um sich vor radioaktiver Verseuchung zu schützen. Ob die Tipps im Falle eines Atombombenabwurfs auf New York so umsetzbar sein würden, wird in teils spöttischen Kommentaren auf sozialen Netzwerken bezweifelt. "Wir werden sowieso alle verdampft", so eine Wortmeldung.

Neben Spott auch Verunsicherung

Viele zeigten sich allerdings auch irritiert und verunsichert. "Was wissen sie, das wir nicht wissen?", fragte etwa eine Twitter-Nutzerin. "Nach diesem Video brauche ich einen Therapeuten", meinte ein anderer.

Offenbar wollte die US-Metropole das eigentlich vermeiden. Anders als beim berüchtigten Außenministerium-Video eines Nuklearschlags auf Wien von Minister Alexander Schallenberg (ÖVP) wurde im New Yorker Video auf Darstellungen einer Atomexplosion verzichtet.

Nukleares Säbelrasseln

Zu Beginn des Ukrainekrieges hatte Russlands Präsident Wladimir Putin nach Sanktionen des Westens seine Atomstreitkräfte in Alarmbereitschaft versetzen lassen. Das sorgte zunächst für Verunsicherung.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos