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EU will einheitliches Ladekabel für Handys einführen

23. Sept 2021 · Lesedauer 2 min

Die EU-Kommission will am heutigen Donnerstag einen Gesetzentwurf präsentieren und damit Hersteller zwingen, USB-C-Kabel zu verwenden. Das trifft vor allem Apple hart.

Die EU-Kommission in Brüssel will am heutigen Donnerstag einen Gesetzentwurf präsentieren, der alle Hersteller zwingt, künftig Kabel des Typs USB-C zum Aufladen von Handys, Tablets, Kameras, Kopfhörern oder Spielkonsolen zu verwenden. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ), der der Entwurf vorliegt.

USB-C ist ohnehin der Kabeltyp, der bei höherwertigen Telefonen am meisten im Einsatz ist. Aber besonders der kalifornische Technologiekonzern Apple setzt bei Handys auf den eigenen Lightning-Standard. Da die EU ein wichtiger Markt für Anbieter wie Apple ist, kann es gut sein, dass die neuen Regeln weltweiter Standard werden.

Der iPhone-Hersteller wird damit wohl auf andere Ladekabel für seine Handys umsteigen müssen. Schließlich wäre es für Apple wie auch andere Konzerne teuer, je nach Region unterschiedliche Ladebuchsen und -kabel zu produzieren.

Richtlinie soll Elektromüll und Kosten sparen helfen

Ziel sei es, Verbrauchern das Leben zu erleichtern: Jeder Stecker soll in jedes Telefon oder Tablet passen. Außerdem verlange das Gesetz, dass Hersteller Handys auch ohne miteingepacktes Ladegerät verkaufen.

Die Richtlinie beschäftigt sich nur mit dem Kabeleingang zum Handy oder Tablet. Auf der anderen Seite des Kabels - an der Verbindung mit der Steckdose - darf weiter Vielfalt herrschen. 

Die Kommission hofft, dass Kunden dann nur das Telefon erwerben, wenn sie zuhause ohnehin Ladegerät und -kabel in der Schublade haben. Insgesamt soll durch die Richtlinie, dem Europaparlament und Ministerrat erst noch zustimmen müssen, auf diese Weise 980 Tonnen Elektromüll pro Jahr vermeiden helfen, schätzt die Behörde. Bürgern blieben Ausgaben von 250 Millionen Euro jährlich erspart.

Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos