APA - Austria Presse Agentur

Ende der Huawei-Schonfrist: Android 11 könnte Aus der Google-Dienste bringen

18. Aug 2020 · Lesedauer 2 min

Die Ausnahmegenehmigung für US-Unternehmen, mit Huawei Geschäfte machen zu dürfen, ist ausgelaufen. Dies dürfte auch Folgen für künftige Android-Updates auf älteren Huawei-Telefonen haben.

Die US-Regierung hat die temporäre Lizenz für US-amerikanische Unternehmen auslaufen lassen, die es erlaubte, mit Huawei Geschäftsbeziehungen zu unterhalten. Wie die Washington Post berichtet, wurde die Ausnahmegenehmigung nach dem 13. August 2020 nicht verlängert.

Diese temporäre Generallizenz (TGL, Temporary General License) war eigentlich für regionale US-Mobilfunkprovider gedacht, die Huawei-Equipment nutzen, erlaubte aber auch Google, weiterhin Updates und Support für bereits vor dem US-Bann auf den Markt gekommene Huawei- und Honor-Geräte zu liefern.

Sicherheitsupdates sind wohl gesichert

In Zukunft dürfte die Update-Geschwindigkeit stark darunter leiden. Huawei wird künftig nicht mehr vorzeitig über Sicherheitsupdates informiert und muss nun darauf warten bis der Patch für Android Open Source Projekts (AOSP) veröffentlicht wird. Grundsätzlich stehen die Sicherheitsupdates Huawei aber zur Verfügung.

Problematisch wird es allerdings bei Android-Updates, die Google Apps oder die Google Mobile Services (GMS) betreffen. Hier könnte Google nämlich ab sofort keinen Support mehr liefern.

Auswirkungen auf Android 11?

Ein weiteres Problemfeld ist Android 11. Ein Update älterer Huawei-Phones auf die vermutlich Ende August in finaler Form vorliegende neue Android-Version dürfte zumindest schwieriger werden, wenn es keine Änderungen an Google-Services und Google Apps mehr geben darf.

Neuere Huawei-Smartphones sind davon nicht betroffen. Auf seinen nach Mai 2019 veröffentlichten neuen Geräten verwendet der Konzern bereits AOSP mit einem eigenen App-Store und ohne die Google-Dienste.

US-Regierung verschärft Vorgehen gegen Huawei

Am Montag gab die US-Regierung eine neue Regelung bekannt. Demnach dürfen an Huawei grundsätzlich keine Chips mehr geliefert werden, die mit Hilfe amerikanischer Software entworfen oder mit amerikanischer Technik gefertigt wurden.

Das ist ein schwerere Schlag für den Konzern. Huawei entwickelt zwar selbst Hauptprozessoren für seine Smartphones sowie Modem-Chips für die Verbindung zum Mobilfunk-Netz. Allerdings enthalten die Telefone auch eine Vielzahl anderer Halbleiter wie diverse Sensoren oder NFC-Funkchips von NXP. Dabei werden in der Branche auf breiter Front Maschinen und Software aus den USA eingesetzt.

Huawei-Umfeld auf schwarzer Liste

Zugleich setzte die US-Regierung weitere Firmen aus dem Umfeld von Huawei auf eine schwarze Liste. Unter den 38 am Montag genannten Unternehmen sind Huawei Technologies Düsseldorf, Huawei Cloud Berlin und Huawei OpenLab München. Damit sind jetzt gut 150 Huawei-Firmen von den Sanktionen betroffen.

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Quelle: Agenturen / Redaktion / apb