Die Herausforderungen der Zukunft: 4GAMECHANGERS zum Leben nach Covid-19

28. Apr 2021 · Lesedauer 4 min

Einen spannenden Blick in die Zukunft nach der Covid-19-Pandemie warf der zweite Tag des 4GAMECHANGERS-Studio. Es gab Hoffnungsvolles und Lehrreiches, aber auch große Herausforderungen.

Gleich zu Beginn machte Zukunftsforscherin Christiane Varga Mut. Sie erzählte uns welche Innovation wir als Menschen uns sofort aneignen sollen: Wir müssen "Superspreader von Hoffnung und Freundlichkeit" werden , denn erst wenn diese Samen gesät werden, wird die Gesellschaft aufblühen und resilienter werden.

Keynote: Christiane Varga

Anschließend sprach PULS 24-Moderatorin Isa Richter mit Gehirnforscher und Autor Gerald Hüther. Sie sprach mit ihm über die Frage, warum in wirtschaftlich gut situierten Ländern und Regionen die Zahl an Menschen zunimmt, die unter chronischen Krankheiten leiden. Der renommierte Neurowissenschaftler vertritt die These, dass die Menschen zumeist nicht an äußeren Einflüssen erkranken, sondern daran, dass sie lieblos mit sich selbst umgehen.

Innovation Talk mit Gerald Hüther

Im ersten Panel ging es um die Frage, wie sich unser Leben und unser Alltag durch Corona verändert haben.

Whatchado-Gründer Ali Mahlodji erzählt aus seiner eigenen Erfahrung: "Wenn man in eine Welt hineingeboren wurde, sieht man oft gar nicht, was man alles hat und wofür man dankbar sein kann. Wir erleben eine Renaissance der Dankbarkeit. Ich selbst bin von einer Alleinerzieherin erzogen worden, wir sind geflüchtet. Ich selbst hatte bis ich zehn Jahre alt war, Kleider an, die wir von der Caritas bekommen haben."

Berater Lothar Wenzl ist vorsichtig optimistisch: "Die eigentliche Krise, die Klimakrise, bekommt einen Schub. Es wird so viel mehr sichtbar und die große Chance besteht darin zu lernen. Wir können Jetzt lernen. Ich merke das auch, wenn ich mit Unternehmen sprechen. Mein großes Learning aus Covid ist, dass Learning geht. Und das macht mich zuversichtlich, auch wenn viel zu tun ist."

Nuna Kaller hingegen warnt vor allem: "Ich denke, dass wir uns in diese Krise in Sachen Feminismus einen großen Schritt zurück bewegt haben. Es wird sehr lange dauern bis wir dort wieder hinkommen, wo wir schon waren und auch da war noch viel zu tun."

Die Evolution des Alltags - vom Konsum, dem Leben und der Liebe

Das zweite Panel beschäftigt sich mit einem großen Thema Bildung und Bildungspolitik. Iris Rauskala vom Bildungsministerium meint: "Wir haben gelernt, dass eine Krise immer eine Chance ist." Das treffe auf die Digitalisierung in den Schulen zu, die in der Form in den letzten 10 Jahren nicht stattgefunden hat. "Eine unglaubliche Bereitschaft im System, das zusammentragen und zu machen, was geht", auch unter den Eltern.

Erich Fenninger von der Volkshilfe warnt hingegen: "Der Gap ist größer geworden, obwohl sich alle einig sind, dass Bildung wichtig ist für die Gesellschaft." Von Anfang an fand die Digitalisierung eher für die Reicheren statt. "Wir sehen, dass Kinder von Eltern mit höheren Einkommen zu 70 Prozent in die AHS gehen, von weniger einkommensstarken Familien ein viel geringerer Prozentsatz."

Bildungsexperte Andreas Salcher zeichnet ein eher düsteres Bild: "Das Schulsystem ist gar nicht an die grundlegende Bedürfnisse der Schüler:innen ausgerichtet", so seine Bilanz. Schüler:innen hätten jetzt viel durch die Krise gelernt, dass im Leben wichtig wird, meint er, etwa Selbstorganisation und auch - etwas trauriger - "Selbsttröstung".

 

Früher war nicht alles besser - von der Bildung vor, während und nach Corona

5 Minutes of Innovation: Gabriele Tatzberger

Im dritten Panel des Tages geht es um Umweltfragen, Nachhaltigkeit bei Tourismus und Klimapolitik. Eric Steinberger, CEO von "ClimateScience", sah klaren Aufholbedarf: "Es gibt so viele Optionen nicht, die wir bräuchten." Er meinte: "Ich denke, das Wichtige ist, die Frage zu stellen, welche Technik es braucht, um das zu ermöglichen und schließlich, wie wir es wirtschaftlich ermöglichen können."

Social Serial Entrepreneur und Klimaaktivist Marc Buckley gab einen ernüchternen Ausblick: "Wir werden sehr enttäuscht sein, wenn wir auf unsere Politik und Regierung auf Veränderung warten. Wir müssen als Menschen handeln. Es reicht aber nicht nur kein Fleisch zu essen oder weniger zu fliegen. Mit vielen Projekten und Themen müssen wir diese Dysbalance wieder zum Ausgleich bringen."

Zurück zum Start - vom Bewusstsein für die Umwelt, das Umfeld und sich selbst

Live-Act: Amy Wald - Unfertig

Quelle: Redaktion / hos