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Chefetage von Pornhub-Konzern tritt nach neuen Vorwürfen zurück

22. Juni 2022 · Lesedauer 2 min

Sowohl der Chef als auch der operative Geschäftsführer des Konzerns Mindgeek, der die größten Online-Porno-Plattformen Pornhub und Youporn betreibt, sind von ihren Posten zurückgetreten.

Die weltgrößte Porno-Plattform Pornhub büßt ihre Chefetage ein. Sowohl der Vorstandsvorsitzende Feras Antoon als auch der operative Geschäftsführer David Tassillo treten von ihren Positionen bei Mutterkonzern Mindgeek zurück. Das bestätigte die Firma gegenüber dem US-Portal "Variety". Kurz vor Bekanntwerden des Doppel-Rücktritts gab es erneut Vorwürfe, dass Mindgeek nicht ausreichend gegen illegale Inhalte auf seinen Porno-Plattformen vorgehe.

Das Unternehmen selbst betonte, der Führungswechsel sei bereits seit Anfang 2022 geplant gewesen, jedoch gibt es bisher noch keine dauerhafte Nachfolge. "Antoon und Tassillo verlassen das Tagesgeschäft von Mindgeek nach mehr als einem Jahrzehnt in Führungspositionen des Unternehmens", heißt es in der Stellungnahme von Mindgeek. "Da das Unternehmen strategisch für ein langfristiges Wachstum positioniert ist, wird das Führungsteam von Mindgeek das Tagesgeschäft übergangsweise leiten, während die Suche nach einem Nachfolger im Gange ist." Beide Führungskräfte bleiben Aktionäre des Konzerns.

Massenhaft Videomaterial von Minderjährigen und Vergewaltigungsopfern

Kurz zuvor hatte das amerikanische Medium "New Yorker" eine umfangreiche Recherche veröffentlicht, die zeigt, dass Mindgeek auf seinen Porno-Plattformen - trotz gegenteiliger Beteuerungen - weiterhin massenhaft pornografische Videos ohne Einverständnis der Gezeigten hostet. Darunter befinden sich laut Artikel auch zahlreiche Videos mit Minderjährigen und Vergewaltigungsopfern. Ähnliche Vorwürfe gab es in den vergangenen Jahren immer wieder.

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Mysteriöser Eigentümer

Auch der Konzern Mindgeek selbst ist sehr intransparent. Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im kanadischen Montreal, ist aber offiziell in Luxemburg gemeldet. Der Mehrheitseigentümer des Porno-Konzerns hält sich aber im Dunkeln.

Vergangenes Jahr verfolgten mehrere Medien in einer Recherche die Spur des unbekannten Porno-Magnaten nach Oberösterreich. Ob es sich bei jenem oberösterreichischen Großbauer tatsächlich um den Eigentümer handelt oder lediglich den Besitzer einer Briefkastenfirma, ist nicht geklärt.

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Stephan HoferQuelle: Redaktion / hos