APA - Austria Presse Agentur

Zwei Millionen Österreicher gehen regelmäßig testen

29. Apr 2021 · Lesedauer 2 min

Trotz vielgelobter Teststrategie, geht ein Viertel der Österreicher nur selten bis gar nicht testen. Das zeigt eine Umfrage der Universität Wien. Zwei Millionen Menschen hingegen würden sich regelmäßig auf das Coronavirus testen lassen.

Eine Studie der Universität Wien zeigt, dass sich die Österreicher zwischen Mitte März und Mitte April deutlich häufiger auf das Coronavirus getestet haben als bisher. Das bestätigte der Wirtschaftssoziologe Bernhard Kittel im "Ö1-Morgenjournal". Ein Viertel der Bevölkerung lässt sich sogar regelmäßig testen, so der Wirtschaftssoziologe. " Das sind über zwei Millionen Menschen, die alle drei, vier Tage einen Test machen lassen", erklärte Kittel.

Ein weiteres Viertel hingegen war innerhalb von vier Wochen gar nicht testen. Dazu kommen 15 Prozent, die sind in diesem Zeitraum nur einmal auf das Coronavirus haben testen lassen. Das bedeutet laut Kittel, dass vier von zehn Österreicher nur selten bis gar nicht testen gehen. "Es möge jeder seine individuellen Gründe dafür haben. Aber aus einer gesamtgesellschaftlichen Perspektive sind das einfach zu wenige, die sich beteiligen, um die Teststrategie erfolgreich werden zu lassen", sagt der Soziologe. Das sehe man auch an den nur langsam sinkenden Infektionszahlen.

"Katze beißt sich in den Schwanz"

Im Zuge der Studie wurde auch erfasst, ob die Beteiligten geimpft oder genesen sind. Daraus konnte man ableiten, dass Geimpfte oder Genesene deutlich öfters testen gehen, als Personen, die keiner dieser Gruppen zuzuordnen sind. Hier beiße sich laut Kittel "die Katze in den Schwanz". "Diejenigen, die meinen, die Testungen seien nicht effektiv, gehen auch nicht testen und tragen dazu bei, dass die Teststrategie ineffektiv wird", erklärte er im Interview.

Dennoch spricht sich Kittel klar gegen eine Testpflicht aus. Das würde wegen der "österreichischen Mentalität" nicht funktionieren. Denn sobald es eine Pflicht gäbe, würden die Österreicher nach "Schlupflöchern" suchen. Viel wichtiger seien laut ihm daher gute Überzeugungsstrategien.

Angela PerkonigQuelle: Redaktion / pea