Pascal Violo e.U.

Zwei Drittel der Deutschen fürchten Flüchtlingswelle wie 2015

18. Aug 2021 · Lesedauer 2 min

Laut einer Umfrage befürchtet eine große Mehrheit der Deutschen angesichts der Entwicklungen in Afghanistan einen starken Zustrom von Flüchtlingen.

Knapp zwei Drittel der Befragten (62,9 Prozent) sorgen sich vor einer Situation wie 2015, ergab die repräsentative Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey für die "Augsburger Allgemeine". Knapp ein Drittel (30 Prozent) sieht das anders. Der Rest ist unentschieden.

Vor allem Wähler der rechtspopulistischen AfD gaben an, Sorgen vor einem Zustrom Geflüchteter zu haben. Anhänger von Union und FDP gaben immerhin noch zu rund drei Vierteln an, eine ähnliche Flüchtlingssituation wie vor sechs Jahren zu befürchten. Unter Grünen-Wählerinnen und -Wählern sehen das 38,8 Prozent so.

Warnungen für Experten überzogen

Der Migrationsforscher Steffen Angenendt von der Stiftung Wissenschaft und Politik hält Warnungen vor Flüchtlingszahlen wie 2015 und 2016 aber für überzogen, wie er der Deutschen Presse-Agentur gesagt hatte. In den beiden Jahren kamen mehr als 1,1 Millionen Asylsuchende nach Deutschland, viele von ihnen Syrer. Ihr Weg sei deutlich kürzer und damit weniger kostenintensiv gewesen, als es jetzt der der Afghanen wäre, hatte Angenendt erklärt.

Tausende Afghanen versuchen derzeit, aus ihrem Land zu fliehen, nachdem die radikal-islamistischen Taliban innerhalb weniger Wochen faktisch die Macht übernommen haben.

Wahl im September

Am 26. September wird ein neues Parlament in Deutschland gewählt. Kanzlerin Angela Merkel (CDU), die 2015 angesichts desaströser Zustände für die in Ungarn gestrandeten Flüchtlingen aus Syrien und anderen Ländern Hunderttausende einreisen ließ, tritt nicht mehr zur Wahl an. Die Ereignisse von 2015 spalten seitdem die deutsche Gesellschaft.
 

Quelle: Agenturen / apb