Wieder Frauen in Wien und Niederösterreich von Männern angegriffen

17. Mai 2021 · Lesedauer 3 min

In Wien-Brigittenau soll ein Mann am Sonntag eine Frau mit dem Umbringen bedroht haben. In Margareten soll ein Verdächtiger eine Frau gewürgt und im Bezirk Melk wird gegen einen Mann wegen versuchten Mordes ermittelt. Er soll eine Frau mit einem Hammer geschlagen haben.

In Wien-Brigittenau ist am Sonntag ein 37-Jähriger festgenommen worden, der seine 36-jährige Ex-Freundin in deren Wohnung mit dem Umbringen bedroht und mit einem Messer am Unterarm verletzt haben soll. Ein weiterer in der Wohnung anwesender Mann kam der Frau zu Hilfe und wurde vom Aggressor ebenfalls leicht verletzt. Ein Betretungs- und Annäherungsverbot wurde ausgesprochen.

Es war kurz nach 13 Uhr, als die alarmierten Beamten des Stadtpolizeikommandos Brigittenau bereits vor der Wohnungstüre die Schreie einer Frau hörten. Als ihnen nicht geöffnet wurde, brachen sie die Tür wegen der offensichtlich akuten Gefahr auf. In der Wohnung wurden die Beamten sogleich Zeugen, wie der Tatverdächtige die Frau mit dem Messer in der Hand attackieren wollte. Sofortiges Einschreiten verhinderte dies, der Mann wurde überwältigt und festgenommen.

Die Berufsrettung Wien versorgte die Frau notfallmedizinisch, sie wurde danach mit einer Schnittverletzung in ein Krankenhaus gebracht. Laut Polizeisprecher Christopher Verhnjak befand sich der Messerschnitt am Unterarm der 36-Jährigen, ob es sich dabei um eine Abwehrverletzung handelte, war noch Gegenstand der Ermittlungen.

Weiterer Fall in Margareten

Ein 51-Jähriger soll seine 45-jährige Ex-Lebensgefährtin am Sonntag in deren Wohnung in Wien-Margareten geschlagen, gewürgt und mit dem Umbringen bedroht haben. Die Frau flüchtete gegen 18.30 Uhr und alarmierte die Exekutive. Als die Beamten an der Wohnungstür läuteten, öffnete ihnen ein stark alkoholisierter und aggressiver Mann mit einem Pfefferspray in der Hand, berichtete die Polizei.

Die vorläufige Festnahme des Alkoholisierten wurde von Beamten des Stadtpolizeikommandos Margareten mit Unterstützung der Wiener Einsatzgruppe Alarmabteilung (WEGA) vollzogen. In der Wohnung wurden ein Luftdruckgewehr sowie zwei CO2-Schreckschusswaffen samt Munition gefunden und sichergestellt, gegen den Mann wurden ein vorläufiges Waffenverbot sowie ein Betretungs- und Annäherungsverbot ausgesprochen. Sowohl die Frau wie auch der Mann wurden leicht verletzt.

Schlag mit einem Hammer in Melk

Im Bezirk Melk soll ein etwa 70-jähriger Mann seiner um zehn Jahre jüngeren Lebensgefährten im Zuge eines Streits mit einem Hammer auf den Kopf geschlagen haben. Die Frau landete mit Schädelbruch im Spital, befand sich aber nicht in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft St. Pölten ermittelt wegen versuchten Mordes, wie Sprecher Leopold Bien auf APA-Anfrage mitteilte. Über den Vorfall vom 9. Mai hatten am Montag zuerst die "NÖN" ("Niederösterreichische Nachrichten") berichtet.

Die genauen Hintergründe waren vorerst weiter unklar. Das Opfer hatte sich zwar selbst zur Polizei begeben, konnte aufgrund des folgenden Krankenhausaufenthalts und des schlechten Gesundheitszustandes bisher aber nicht einvernommen werden. Was genau passiert sei, "wissen wir noch nicht vollumfänglich", sagte Behördensprecher Bien. "Die Ermittlungen stehen erst am Anfang."

Über den Beschuldigten wurde die Untersuchungshaft verhängt. Der betagte Mann rechtfertigte sich bei der Befragung damit, dass ihm seine Partnerin im Zuge eines Streits in den Hammer gelaufen sei.

Hilfe für Betroffene

Die Wiener Polizei verwies in einer Aussendung erneut auf den Notruf 133. Auch der 24-Stunden-Frauennotruf (01/71719) und der Frauenhaus-Notruf des Vereins Wiener Frauenhäuser (05/7722) sind rund um die Uhr besetzt. Das Landeskriminalamt Wien, Kriminalprävention, bietet zusätzlich Beratungen unter der Hotline 0800/216346 an.

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Quelle: Agenturen / koa