APA - Austria Presse Agentur

Wieder Anstieg von Coronavirus-Toten in Italien

Mai 19, 2020 · Lesedauer 3 min

Nachdem Italien am Montag mehrere Corona-Beschränkungen gelockert hat, ist die Zahl der Covid-19-Todesopfer am Dienstag wieder gestiegen. Die Zahl der Verstorbenen kletterte in 24 Stunden auf 162, am Montag waren noch 99 Todesopfer gemeldet worden, teilte der italienische Zivilschutz mit. Die Zahl der Verstorbenen seit Beginn der Pandemie in Italien am 20. Februar stieg auf insgesamt 32.169.

Die Zahl der aktiv Infizierten fiel in 24 Stunden von 66.553 auf 65.129. Die Zahl der Covid-19-Patienten in Italiens Spitälern sank unter die 10.000-Schwelle auf 9.991. Die Zahl der Patienten auf den Intensivstationen fiel auf 716, das sind 33 weniger als am Vortag. In Heimisolation befinden sich noch 54.422 Personen. Die Zahl der Genesenen stieg auf 129.401.

In der Lombardei, dem Epizentrum des Coronavirus-Ausbruchs in Italien, wurden innerhalb von 24 Stunden 54 Tote gemeldet. Damit stieg die Gesamtzahl der dort Verstorbenen auf 15.597. Die Zahl der aktuell Infizierten lag in der gesamten Region bei 27.291. Die Zahl der Covid-19-Kranken in den lombardischen Spitälern betrug 4.426 Personen, 244 davon lagen auf der Intensivstation.

Am Montag ist es in Italien zu weiteren Lockerungen der Maßnahmen mit dem Neustart von Kleinhandel, Gastronomie und Tourismus gekommen. Restaurants, Bars und Friseursalons konnten wieder öffnen - zwei Wochen früher als ursprünglich geplant. Die Italiener dürfen auch wieder Freunde und Gottesdienste besuchen. Versammlungen größerer Gruppen bleiben vorerst verboten.

Mehr Bewegungsfreiheit zwischen den Regionen wird es erst ab 3. Juni geben. Ab diesem Datum können auch Ausländer wieder nach Italien reisen, ohne sich danach einer zweiwöchigen Quarantäne unterziehen zu müssen.

In Russland wurden nach offiziellen Angaben inzwischen rund 300.000 Infektionen mit dem Coronavirus nachgewiesen. In den vergangenen 24 Stunden sei die Zahl der landesweiten Corona-Fälle um 9.263 auf 299.941 gestiegen, so die Gesundheitsbehörden am Dienstag. Die Zahl der Todesopfer erhöhte sich 2.837. Indes entwickelt sich Brasilien immer mehr zu einem Hotspot der Pandemie.

Russland steht bei den Infektionen inzwischen weltweit an zweiter Stelle hinter den USA. Die Zahl der Corona-Toten in Russland liegt im internationalen Vergleich indes sehr niedrig. Kritiker werfen den russischen Behörden allerdings vor, Todesfälle durch das Virus zu verschleiern. Diese bestreiten das.

Mit 254.220 nachgewiesenen Ansteckungsfällen ist Brasilien mittlerweile das Land mit der weltweit dritthöchsten Infektionszahl. Nur in den USA und Russland hat sich das neuartige Coronavirus noch stärker ausgebreitet. Das brasilianische Gesundheitsministerium gab wegen der Notlage 150 kubanischen Ärzten im Land ihre Arbeitserlaubnis zurück. Innerhalb von 24 Stunden waren weitere 13.140 Ansteckungsfälle verzeichnet worden. Dadurch löste das südamerikanische Land Großbritannien auf Rang drei der weltweit am stärksten betroffenen Länder ab. An der Spitze stehen die USA mit 1,5 Millionen Infektionsfällen, gefolgt von Russland mit rund 300.000 Fällen.

Nach Schätzungen von Experten könnte die Infektionszahl in Brasilien jedoch um das 15-Fache höher sein. In dem bevölkerungsreichsten lateinamerikanischen Land wird eine gewaltige Dunkelziffer vermutet, da es dort nur in relativ geringem Umfang Corona-Tests gibt.

In den vergangenen Tagen hatte Brasilien bei der Infektionszahl bereits Frankreich, Italien und Spanien überholt. Bei den registrierten Corona-Toten rangierte Brasilien am Dienstag mit rund 16.800 Fällen weiter auf dem sechsten Platz.

In Indien gibt es inzwischen mehr als 100.000 Corona-Infektionen. Damit liegt Indien auf Platz elf der globalen Coronazahlen-Liste der amerikanischen John-Hopkins-Universität. Trotz einer zunächst sehr strikten Ausgangssperre in dem 1,3-Milliarden-Einwohner-Land hat sich die Kurve nicht abgeflacht. Mittlerweile zählt Indien mehr Infektionen als China, das bevölkerungsreichste Land. Die Ausgangssperre wurde indes gelockert und viele Geschäfte, Märkte sowie Fabriken sind wieder geöffnet, auch der öffentliche Verkehr fließt in mehreren Städten wieder.

Quelle: Agenturen