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Wie Neonazis aus Corona Kapital schlagen

Apr 29, 2020 · Lesedauer 2 min

In Deutschland werden von Rechtsextremen Ku-Klux-Klan-Pullover mit Maske angeboten. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Kapital aus Corona? Das lockt offensichtlich Rechtsextreme an. In einem Webshop werden ab Mai "Kapuzenpullover mit Maskenfunktion" feilgeboten – inklusive Logo und dem Spitzhut des rechtsextremen Ku-Klux-Klan. Zu haben ist das rassistische Kleidungsstück für knapp 60 Euro. Auch sonst strotzt der Webshop nur von faschistischem, rassistischem und neonazistischem Gedankengut, gedruckt auf allem, was sich bedrucken lässt.

Laut Impressum wird der Shop von Tommy F. betrieben. F. gilt als eine der Größen in der Neonaziszene in Thüringen und fällt nicht zum ersten Mal mit seiner Ideologie und dem Wunsch, daraus Kapital zu schlagen, auf.

Im Netz kursiert bereits ein Foto, auf dem zwei Personen eben diesen Pullover tragen - eine Person davon ist laut Zeit mutmaßlich F..

Anzeige wegen Volksverhetzung

Dafür ist nun eine Anzeige wegen Volksverhetzung anhängig. Eingebracht von der Landtagsabgeordneten Katharina König-Preuss (Die Linke). Den Beteiligten wird neben Volksverhetzung auch Aufruf zu Gewalttaten vorgeworfen. Der Ku-Klux-Klan hat in seiner Geschichte Tausende hauptsächlich afroamerikanische Männer gelyncht und gefoltert. Bis heute ist der Klan eine der größten rechtsextremen Organisationen in den USA. Die Anhänger glauben an die Vorherrschaft der "weißen Rasse".

MNS-Regeln präzisieren

Die Zeit zitiert Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke), der es nicht hinnehmen wolle, dass Rechtsextreme die Mundschutzpflicht missbrauchen und unter dem Maskenschutz Straftaten begehen. Ebenfalls werde man nicht zulassen, dass F. damit seine "rassistische Gesinnung und seine menschenverachtende Haltung offen zum Ausdruck" bringe. Dafür werde die Landesregierung auch prüfen, ob die Regeln zum Tragen einer Schutzmaske präzisiert werden müssen.

Quelle: Redaktion / moe