APA - Austria Presse Agentur

WHO-Europa schätzt Corona-Situation als kontrollierbar ein

20. Aug 2020 · Lesedauer 3 min

Die Situation rund um SARS-CoV-2 bzw. Covid-19 ist in der Europaregion der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit 53 Mitgliedsländern anders als im Februar dieses Jahres. Covid-19-Ausbrüche können mit intelligenten, lokalen Maßnahmen unter Kontrolle gebracht werden, betonte am Donnerstag WHO-Europa-Generaldirektor Hans Kluge. In Österreich gab es binnen 24 Stunden 347 bestätigte Neuinfektionen.

Die Situation rund um SARS-CoV-2 bzw. Covid-19 ist in der Europaregion der Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit 53 Mitgliedsländern anders als im Februar dieses Jahres. Covid-19-Ausbrüche können mit intelligenten, lokalen Maßnahmen unter Kontrolle gebracht werden, betonte am Donnerstag WHO-Europa-Generaldirektor Hans Kluge. In Österreich gab es binnen 24 Stunden 347 bestätigte Neuinfektionen.

Pro Tag werden in den 53 Staaten der WHO-Europaregion derzeit durchschnittlich 26.000 SARS-CoV-2-Neuinfektionen registriert. "Wir sind aber nicht wieder dort, wo wir im Februar waren. Wir können lokales, regionales Aufflackern des Virus wieder löschen. Dafür müssen wir intelligente, lokale Maßnahmen ergreifen", sagte Kluge in einer Online-Pressekonferenz.

Die Situation in Europa sei mittlerweile längst nicht so schwierig wie in anderen Weltregionen, sagte der WHO-Euro-Generaldirektor: "Das Epizentrum liegt derzeit auf dem amerikanischen Kontinent." Kluge appellierte an die Solidarität der Menschen und an die Jugend: "Das Virus ist rücksichtslos", sagte Kluge. Aus der Situation bei ärmeren Bevölkerungsgruppen und zum Beispiel unter Flüchtlingen wisse man: "Wir dürften niemanden zurücklassen. Das Virus verschärft Ungleichheit." Da immer mehr Jugendliche und junge Erwachsene infiziert würden, müsse man an sie appellieren: "Kein Jugendlicher will einen Sommer verpassen. Aber: Verbreitet Freude, nicht das Virus." Der Anteil der 15- bis 24-Jährigen an den neuen SARS-CoV-2-Infektionen sei laut einer Studie von ehemals 4,5 Prozent auf bis zu 50 Prozent gestiegen.

Die Zahl der österreichweiten registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus lag bei 347 innerhalb der vergangenen 24 Stunden, wie das Innenministerium am Donnerstag berichtete. In Wien wurden mit 187 Fällen mehr als die Hälfte der neuen Fälle vermeldet. 729 Menschen sind bisher an oder mit einer SARS-CoV-2-Infektion gestorben, womit keine neuen Todesfälle dazugekommen sind. Bisher gab es in Österreich 24.431 positive Testergebnisse auf SARS-CoV-2.


Bei den Tests mit Aufarbeitung der Proben auf Virus-Erbsubstanz werden in Österreich immer häufiger auch Gurgeltests statt der unangenehmen Abstriche verwendet. Wie die Wiener Virologin Monika Redlberger-Fritz im ORF-Hörfunk-Mittagsjournal erklärte, steht und fällt die Methode mit der Tiefe des Gurgeln. Die Personen sollten vorher auch husten. Bei Erkrankten und zur Feststellung, ob jemand noch infektiös ist, sollte weiterhin per Abstrichprobe untersucht werden.

Die EU hat sich mittlerweile den Zugriff auf bis zu 405 Millionen Dosen des potenziellen Corona-Impfstoffs des Tübinger Biotech-Unternehmens Curevac. Man habe Sondierungsgespräche mit dem Unternehmen abgeschlossen, teilte die EU-Kommission am Donnerstag in Brüssel mit. Laut dem Unternehmen geht es um einen Vorvertrag über 225 Millionen Dosen sowie eine Option auf 180 Millionen weitere. Diese würden bereitgestellt, sobald sich der Impfstoff, an dem das Unternehmen derzeit arbeitet, als wirksam und sicher erwiesen habe.

"Jede Gesprächsrunde, die wir mit der pharmazeutischen Industrie abschließen, bringt uns unserem Ziel, das Virus zu besiegen, näher", sagte EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen. Ähnliche Vorgespräche über Hunderte Millionen Dosen hatte die EU-Kommission zuvor bereits mit Janssen Pharmaceutica NV sowie mit Sanofi-GSK abgeschlossen. Einen Schritt weiter sind die Verhandlungen mit dem Pharmaunternehmen AstraZeneca. Ein Rahmenvertrag für den Kauf von 300 Millionen Dosen mit der Option auf weitere 100 Millionen liegt bereits vor. Die Impfstoff-Dosen sind für die EU-Staaten gedacht, können aber auch an andere, weniger wohlhabende Länder sowie andere europäische Länder gespendet werden.

Quelle: Agenturen