APA - Austria Presse Agentur

Whistleblower legt Corona-Chaos in China offen

01. Dez 2020 · Lesedauer 2 min

Interne Dokumente zeigen, dass die chinesische Regierung Anfang des Jahres Informationen zur Corona-Lage zurückgehalten hat.

Der Nachrichtensender "CNN" berichtet unter Berufung auf interne Dokumente, dass China die Corona-Lage Anfang des Jahres harmloser dargestellt hat, als sie war. Am 10.Februar haben die chinesischen Behörden öffentlich bekannt gegeben, dass es im Land 2.478 Neuinfektionen gebe. Ein 117 Seiten langes, geleaktes Dokument des "Center of Disease Control and Prevention (CDC)" der Region Hubei, zeigt aber, dass die tatsächliche Zahl mit 5.918 Fällen mehr als doppelt so hoch war.

Auch bei den Todeszahlen gebe es Unregelmäßigkeiten. Am 7. März lag die Gesamtzahl der Corona-Toten in Hubei bei 2.986. Laut den Dokumenten seien es aber 3.456 gewesen.

23 Tage bis zur Diagnose

Die Dokumente würden zudem zeigen, dass Chinas Gesundheitssystem für den Ausbruch der Pandemie schlecht gerüstet war, so mussten die Behörden auf fehlerhafte Tests zurückgreifen und auch das Berichtssystem sei mangelhaft gewesen. Ein Papier vom März zeige zudem, dass die Behörden vom Auftreten der Symptome bis zur Diagnose im Schnitt 23,3 Tage brauchten. Die Fehler im Berichtsystem, Unterfinanzierung und mangelndes Personal im Gesundheitsweisen hätten laut einem internen Revisionsbericht der CDC ein schnelleres Reagieren behindert.

In den Papieren ist auch von einem großen, bisher unbekannten Ausbruch der Grippe Anfang Dezember in der Region Hubei die Rede. Ob unter den Grippepatienten bereits Covid-Fälle waren, sei nicht mehr feststellbar.

Ein anonymer Whistleblower hat "CNN" die Dokumente zugespielt. Sie umfassen den Zeitraum von Oktober 2019 bis April 2020. Der Nachrichtensender sagt, er habe die Dokumente mit Hilfe mehrere Experten verifiziert.

Chinas Regierung hat den Umgang Chinas mit dem Virus stets verteidigt. Das Land habe eine "offene, transparente und verantwortliche Haltung" in der internationalen Kooperation eingenommen und "rechtzeitig" Informationen zur Verfügung gestellt, sagte Chinas Ministerpräsident Li Keqiang im Mai.

Quelle: Redaktion / spe