Weiterhin hohe Lawinengefahr in Westösterreich

26. Dez. 2022 · Lesedauer 3 min

Oberhalb von 2.300 Metern Seehöhe gilt Lawinengefahr der Stufe drei. Bergretter appellieren an Gefahrenbewusstsein.

Die Lawinengefahr in Westösterreich blieb in höheren Lagen auch am Stefanitag heikel. Sowohl im Osten Vorarlbergs als auch im Westen Tirols galt oberhalb von 2.300 Meter Seehöhe erhebliche Lawinengefahr der Stufe drei - das ist jene Lawinenwarnstufe, bei der sich die meisten Lawinenunglücke zutragen. Klaus Drexel von der Bergrettung Vorarlberg appellierte an die Wintersportler, sich der Gefahren in der Natur stets bewusst zu sein.

Lawinengefahr besteht auch auf Skipisten

Abseits der gesicherten Pisten waren bereits einzelne Wintersportler in der Lage, Lawinen auszulösen. "Große Vorsicht und Zurückhaltung sind nötig", mahnte der Tiroler Lawinenwarndienst. 

Am Sonntag ging im Skigebiet Lech/Zürs eine Lawine ab. Am Sonntagvormittag wurde laut dem lokalen Tourismusdirektor Hermann Fercher wurde an ebendieser Piste eine Sprengung durchgeführt, um die Lawinengefahr zu verringern. Dabei dürfte nicht der gesamte Schnee abgegangen sein.Auf Twitter posteten Skifahrer und Ersthelfer Videos vom Lawinenabgang: 

Bergretter raten zu Lawinen-Airbags

Sei man als Wintersportler direkt in einen Lawinenabgang involviert, so gelte es unverzüglich die mitgeführten Hilfsmittel zu aktivieren. "Den Lawinen-Airbag, das eingeschaltete Lawinenverschüttetensuchgerät (LVS), das man am Körper trägt", nannte Drexel Beispiele. Werde man vom Schnee erfasst, sei man in weiterer Folge nur noch Passagier. "Hilfsmittel schützen nicht, ich brauche sie zum Überleben", betonte der Bergretter Drexel.

Beobachter sollen auf Verschüttete achten

Wird ein Lawinenabgang als Beobachter erlebt, müsse man sich unverzüglich ein Bild machen, wie viele Personen betroffen sind und "wo sie verschwinden". In weiterer Folge ist ein Notruf abzusetzen, um anschließend sogleich mit der Kameradenrettung zu beginnen. "Nach einer Viertelstunde nehmen die Überlebenschancen drastisch ab", wies Drexel eindringlich auf die Zeitkomponente hin. Bis die organisierte Rettung am Unglücksort eintreffe, vergingen die wichtigsten Minuten.

Jeder Lawinenabgang soll gemeldet werden

Enorm wichtig sei es auch, beobachtete Lawinenabgänge ohne verschüttete Personen zu melden. Nur so sei es für die Einsatzkräfte möglich, die Situation adäquat abschätzen zu können. Am Sonntag war in Lech/Zürs über Stunden hinweg unklar gewesen, nach wie vielen Verschütteten gesucht wurde - letztlich lag glücklicherweise niemand unter den Schneemassen begraben. Nicht einmal über die ungefähre Anzahl der Gesuchten Bescheid zu wissen, sei aber für die Einsatzkräfte "eine haarsträubende Situation" gewesen, so Drexel.

Quelle: Agenturen / Redaktion / frn