AFP PHOTO / Okinawa Churaumi Aquarium

Weißen Hai gegessen: Chinesischer Influencerin droht nun Haft

03. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Die chinesische Videobloggerin Tizi hat fast acht Millionen Fans auf TikTok und ähnlichen Plattformen. Ein Video, in dem sie einen weißen Hai verspeiste, rief nun auch die Polizei auf den Plan.

Weil eine chinesische Influencerin vor laufender Kamera einen Weißen Hai gegrillt und verspeist hat, dürfte nun einiges an Ärger auf sie zukommen. Gegen die unter dem Pseudonym Tizi bekannte Videobloggerin wurden bereits polizeiliche Ermittlungen eingeleitet, wie die Landwirtschaftsbehörde in der südwestchinesischen Millionenstadt Nanchong mitteilte. Weiße Hai gelten in China als geschützte Art - der illegale Besitz solcher Tiere kann mit bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden. Auf den illegalen Erwerb stehen bis zu fünf Jahre Haft, berichten chinesische Medien.

Böses Gschau - zartes Fleisch

Auf dem Video ist zu sehen, wie Tizi den zwei Meter langen toten Fisch auspackt und sich neben ihn legt, um zu zeigen, dass er größer ist als sie selbst. Anschließend teilt sie den Fisch in zwei Hälften, mariniert und grillt ihn und gart den Kopf in einer Suppe. Von seinem Aussehen müsse man sich nicht schrecken lassen: "Er sieht vielleicht bösartig aus, aber sein Fleisch ist echt sehr zart", sagt Tizi schließlich und verspeist den Fisch.

Zahlreiche Follower empörten sich über das Video. Die Polizei bestätigte unterdessen, dass es sich um einen Weißen Hai handelte. Tizi sieht bei sich jedoch keine Schuld - sie haben den Hai "auf legalem Weg" gekauft. Das widerspricht laut den Behörden aber den Fakten. Die Influencerin hat das Video mittlerweile gelöscht.

Hai-Finning als Gefahr

Weiße Haie gelten laut dem Umweltschutz-Dachverband International Union for Conservation of Nature (IUCN) als "gefährdet". Weltweit wurden die Haipopulationen in den vergangenen Jahrzehnten dezimiert. Grund dafür waren vor allem die industrielle Langleinen-Fischerei und das sogenannte Hai-Finning, bei dem den Tieren die Rückenflosse abgetrennt wird und sie dann ins Meer zurückgeworfen werden.

Auch die Rolle der europäischen Lieferanten dürfe nicht unterschätzt werden, meint die Tierschutzorganisation IFAW (International Fund for Animal Welfare). "Im Zeitraum 2003 bis 2020 kamen durchschnittlich 28 Prozent der Lieferungen von Haiflossen auf die obigen Marktplätze aus EU-Mitgliedsstaaten, vor allem aus Spanien - in absoluten Zahlen 10.465 Tonnen pro Jahr. Im Jahr 2020 betrug der EU-Anteil sogar 45 Prozent", so IFAW. Dieser Handel geschieht den Tierschützern zufolge weitgehend unreguliert.

Quelle: Redaktion / msp