APA - Austria Presse Agentur

Wann der dritte Stich schon nach vier Monaten ratsam ist

05. Nov 2021 · Lesedauer 3 min

Die Corona-Auffrischungsimpfung ("dritter Stich") kann in begründeten Ausnahmefällen bereits früher als sechs Monate nach dem Zweitstich erfolgen.

Das Nationale Impfgremium (NIG) lässt aufhorchen. Es empfiehlt in Ausnahmefällen bereits einen früheren 3. Impftermin. Wenn man zweimal mit AstraZeneca geimpft ist, eine längere Reise vor sich hat oder besonders exponiert ist sollte man sich nicht erst nach sechs Monaten um eine Auffrischung bemühen.  Es sei "sinnvoll" und könne "nach entsprechender Aufklärung und Dokumentation" off-label, schreibt das NIG, wie das Gesundheitsministerium auf seiner Homepage veröffentlichte.

Das Gremium hatte am Dienstag die dritte Corona-Impfung schon sechs Monate nach dem Zweitstich für alle Personen über 18 Jahren freigegeben. Begründet wurde das mit dem nachlassenden Impfschutz. Bis dahin war die Impfung für die allgemeine Bevölkerung erst neun Monate nach dem Zweitstich empfohlen.

Bei Älteren und Risikopatienten "dringend"

Nur für Ältere ab 65 Jahren, Alten- und Pflegeheimbewohner, Risikopatienten oder mit zwei Dosen Astra Zeneca Geimpfte sowie bestimmte Berufsgruppen mit hohem Ansteckungsrisiko (medizinisches Personal, Pädagogen) war die Auffrischung auch schon davor ab dem sechsten Monat vom NIG freigegeben. Für diese Personengruppe ist es nun "dringend empfohlen", den Drittstich möglichst ab dem sechsten Monat vorzunehmen. Eine Unterschreitung des Intervalls unter 120 Tagen (vier Monate) wird laut der Covid-Maßnahmenverordnung aber nicht als dritte Impfung gewertet.

Corona-Impfung: Dritter Stich nach sechs Monaten empfohlen

Pfizer für Jüngere, Moderna für über 30-Jähirge

Prinzipiell sind laut den Empfehlungen für die dritte Impfung mRNA-Impfstoffe einzusetzen. Dabei soll bevorzugt "der gleiche Impfstoff wie für die vorhergehenden Immunisierungen eingesetzt werden (homologes Impfschema)". Das Vakzin von Moderna soll aber nur für Über-30-Jährige zur Auffrischung verwendet werden. Für alle Jüngeren wird empfohlen, zur Auffrischung Pfizer/Biontech zu verwenden, Grund dafür ist eine "vorläufige Unsicherheit in Bezug auf ein erhöhtes Risiko einer Myokarditis oder Perikarditis nach Spikevax-Impfung" bei jüngeren Personen.

J&J: Booster nach 28 Tagen

Personen, die mit dem Vakzin von Janssen (Johnson&Johnson) einmalig geimpft wurden, sollen eine weitere Impfung im Mindestabstand von 28 Tagen erhalten, dabei soll vorzugsweise Pfizer/Biontech bzw. bei Über-30-Jährigen auch Moderna verwendet werden; es kann jedoch auch erneut Janssen verwendet werden. Der Impfstoff war ursprünglich so konzipiert, dass nur ein Stich notwendig sein sollte. Der Impfschutz hat aber den Experten zufolge zu schnell stark nachgelassen. Auch geht das Gremium davon aus, "dass, wie bei allen anderen Impfstoffen auch, eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff nach 6 Monaten erforderlich sein wird".

Auch wird in den Empfehlungen aufgeführt, dass es nicht notwendig ist, ein Intervall zu anderen Impfungen einzuhalten. "Die gleichzeitige Verabreichung von COVID-19-Impfstoffen mit anderen Lebend- oder Totimpfstoffen (inkl. Influenza-Impfstoffen) ist möglich und sinnvoll (unter schiedliche Impfstelle)." Vor und nach (planbaren) Operationen soll ein Mindestabstand von 14 Tagen zur Impfung eingehalten werden. Bei dringender Indikation könne ein operativer Eingriff aber jederzeit durchgeführt werden.

Bezüglich der Impfdurchbrüche lautet die Empfehlung, sowohl im Fall einer symptomatischen SARS-CoV-2 Infektion wie auch einer asymptomatischen Infektion (nach vollständiger erster Impfserie mit zwei Impfungen) keine weitere Impfung durchführen zu lassen.

Quelle: Agenturen / Redaktion / lam