Waldbrand bei Berlin breitet sich unkontrolliert aus

04. Aug. 2022 · Lesedauer 6 min

Rauchsäulen über dem Berliner Grunewald, Großeinsatz für die Hauptstadtfeuerwehr: Donnerstagfrüh ist im Südwesten der deutschen Hauptstadt ein Feuer auf einem Sprengplatz der Polizei ausgebrochen - mitten im knochentrockenen Wald.

Detonationen sind im Morgengrauen im Südwesten der deutschen Hauptstadt Berlin zu hören gewesen. Auf dem Sprengplatz im beliebten Ausflugsgebiet Grunewald war ein Feuer ausgebrochen, die Feuerwehr wurde um 3.30 Uhr alarmiert. Die Flammen breiteten sich im trockenen Wald rasch aus. Dieser Einsatz könne lebensgefährlich sein, sagte ein Feuerwehrsprecher - nicht ohne Grund: Auf dem Sprengplatz der Berliner Polizei lagert Munition, die Experten dort unschädlich machen.

"Das bereitet uns Sorge", sagte ein Feuerwehrsprecher in der Früh. Es gebe nach wie vor keine gesicherten Erkenntnisse darüber, wie es am Sprengplatz im Wald genau aussehe. In der Früh war eine Fläche von eineinhalb Hektar betroffen, etwa so groß wie zwei Fußballfelder. Es bestand die Gefahr weiterer Explosionen und umherfliegender Trümmerteile. Dieser Einsatz könne lebensgefährlich sein, sagte ein Feuerwehrsprecher. Auf dem Sprengplatz der Berliner Polizei im beliebten Ausflugsgebiet Grunewald lagert Munition, die Experten dort normalerweise unschädlich machen.

"Der Einsatz wird lange dauern"

Das stellte die Feuerwehr vor große Probleme. Noch Stunden nach dem Ausbruch des Brandes kamen die Einsatzkräfte nicht an das Feuer heran. Bilder aus der Luft mit Hilfe einer Drohne und eines Polizeihubschraubers sollten Orientierung geben. "Der Einsatz wird lange dauern", sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. Zudem war die Gluthitze belastend für die Kräfte von Feuerwehr und Polizei, die häufiger ausgewechselt werden mussten.

Die Einsatzkräfte kamen aus Sicherheitsgründen zunächst nicht an das Feuer heran, zu groß war die Gefahr weiterer Explosionen und umherfliegender Trümmerteile. Bilder aus der Luft mit Hilfe einer Drohne und eines Polizeihubschraubers sollten Orientierung geben. "Wir versuchen, so schnell wir können, mit den Brandermittlern an den Ort zu kommen", sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Einsatzort. Zwar hätten Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Einsatzkräfte deutliche Detonationen wahrgenommen. "Aber was genau jetzt ursächlich war, das werden die Brandermittler klären."

Die Einsatzkräfte kamen aus Sicherheitsgründen zunächst nicht an das Feuer heran, zu groß war die Gefahr weiterer Explosionen und umherfliegender Trümmerteile. Bilder aus der Luft mit Hilfe einer Drohne und eines Polizeihubschraubers sollten Orientierung geben. "Wir versuchen, so schnell wir können, mit den Brandermittlern an den Ort zu kommen", sagte Polizeipräsidentin Barbara Slowik am Einsatzort. Zwar hätten Bewohnerinnen und Bewohner sowie die Einsatzkräfte deutliche Detonationen wahrgenommen. "Aber was genau jetzt ursächlich war, das werden die Brandermittler klären."

"Der Wald ist knochentrocken"

Gegen Mittag identifizierte die Feuerwehr drei bis vier Glutnester aus der Luft. "Wir können diese aber noch nicht bekämpfen, da sie in diesem Gefahrenbereich liegen", sagte ein Feuerwehrsprecher dem Sender n-tv. Das Feuer brannte am Vormittag unkontrolliert auf einer Fläche von 1,5 Hektar, rund 15.000 Quadratmeter. Das entspricht etwa zwei Fußballfeldern. Wegen Explosionsgefahr zog die Feuerwehr einen Sperrkreis von rund 1.000 Metern um den Brandort.

Rings um diesen Radius wurde eine Wasserversorgung hergestellt, erklärte ein Sprecher. Sollten sich die Flammen diesen Bereichen annähern, könnten sie schnell bekämpft werden. Zudem wurden die angrenzenden Waldgebiete bewässert, um ein Ausbreiten der Flammen zu erschweren.

"Der Wald ist knochentrocken", sagte am Donnerstag Jan Thomsen, Sprecher der Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. Die Wälder hätten sich durch die vergangenen Dürreperioden nicht erholen können. Zur Frage, wie sinnvoll ein Sprengplatz im Wald überhaupt noch sei, sagte er: "Mit den Sicherheitsfragen werden wir uns beschäftigen, wenn die Brandursache geklärt ist."

Einsatzhilfe durch Räumpanzer und Roboter 

Ein Räumpanzer der deutschen Bundeswehr sowie ein Roboter könnten sich bald dem Sprengplatz nähern und sollten den Einsatzkräften vom Boden aus einen besseren Überblick verschaffen. "Der Löschangriff kann erst erfolgen, wenn wir wissen, wie es dort aussieht", sagte Feuerwehrsprecher Thomas Kirstein. Der Brand werde die Einsatzkräfte möglicherweise noch die nächsten Tage beschäftigen, sagte Kirstein. "Aber wir werden das Feuer löschen." Zudem sei die Gluthitze belastend für die Kräfte von Feuerwehr und Polizei, die häufiger ausgewechselt werden müssen.

Ein angeforderter Löschhubschrauber der Bundeswehr konnte nach Angaben der Feuerwehr nicht bereitgestellt werden - wegen des Waldbrands in Sachsen. Im Nationalpark Sächsische Schweiz brennt es seit mehr als einer Woche.

Gebiet abgesperrt

Die Feuerwehr warnte die Bevölkerung dringend davor, den Wald zu betreten. Das Gebiet war großräumig abgesperrt. Polizisten stoppten etliche Radfahrer, die durch den Wald teils zum Wannsee wollten.

Wohngegenden nahe des Grunewalds sind nach Erkenntnissen der Feuerwehr nicht in Gefahr. "Das werden wir verhindern", sagte ein Sprecher. Die nächsten Wohngebäude seien mindestens zwei Kilometer entfernt. Verletzte habe es bisher nicht gegeben. Die Behörden warnten die Bevölkerung über den Brand auf den Warnapps. Anrainer sollten Fenster und Türen geschlossen halten. Lüftung und Klimaanlagen sollten ausgeschaltet werden.

Berlins Innensenatorin Iris Spranger sah die Sicherheit der Bewohnerinnen und Bewohner rund um den Grunewald gewährleistet. "Was für mich wichtig ist: Dass die Sicherheit der Berlinerinnen und Berliner nicht gefährdet ist und das ist hier gegeben", sagte Spranger am Donnerstag am Ort des Einsatzes. Es gebe keinerlei toxische Gegenstände, von denen eine Gefahr ausgehen könnte. Die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey habe ihren Urlaub unterbrochen, um sich am Nachmittag selbst ein Bild von der Lage machen.

25 Tonnen gelagert

Am Sprengplatz lagerten nach Angaben der Polizei rund 25 Tonnen unter anderem an Feuerwerkskörpern oder Weltkriegsmunition. Wie der Sprecher der Berliner Polizei, Thilo Cablitz, sagte, ist der Platz acht Hektar groß und 1950 entstanden. Zweimal im Jahr werden dort jeweils für mehrere Tage kontrollierte Sprengungen angesetzt.

Auf Aufnahmen der Feuerwehr waren dicke Rauchschwaden über dem Brandgebiet zu sehen. Es sei davon auszugehen, dass die hohe Trockenheit in der Gegend den weiteren Verlauf des Feuers beeinflussen werde, hieß es.

Verkehr eingeschränkt

Auf der Autobahn Avus, wo sich sonst im morgendlichen Berufsverkehr normalerweise Wagen an Wagen reiht, herrschte gähnende Leere. Das Gebiet war weiträumig abgesperrt. Die Autobahn dürfte voraussichtlich den ganzen Tag über gesperrt bleiben. Der Regional- und der S-Bahnverkehr in Richtung Westen waren unterbrochen. Im Fernverkehr war lediglich die Intercity-Verbindung in Richtung Magdeburg/Hannover/Stendal/Amsterdam betroffen. Die IC-Züge werden derzeit über Spandau umgeleitet.

Das Jagdschloss Grunewald blieb aufgrund des Feuers in dem Gebiet am Donnerstag geschlossen. Gefahr für das Jagdschloss bestehe aber nicht, teilte die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg am Vormittag mit.

Quelle: Agenturen