Waldbrand außer Kontrolle: Athen drohen Stromausfälle

05. Aug 2021 · Lesedauer 3 min

Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis schwor die Bürger auf weitere harte Tage ein - so brennt es unter anderem nahe der Hauptstadt Athen.

Die Elektrizitätsgesellschaft schaltete vorsorglich einen großen Verteiler in der Region ab. Das Unternehmen kündigte an, in Athen stellenweise den Strom zu unterbrechen, um die Versorgung insgesamt aufrecht erhalten zu können. Die Bürger sollen im Laufe des Abends informiert werden, wann es wo keinen Strom gebe.

"Wir haben mit Dutzenden Waldbränden zu kämpfen. Drei davon - in Athen, auf dem Peloponnes und auf Euböa - sind von gewaltigem Ausmaß", sagte Mitsotakis am Donnerstagabend bei einer Ansprache im Staatsfernsehen. Er warnte vor starken Westwinden am Freitag, einem "noch nie da gewesenen Zustand, weil die vergangenen Tage der Hitze und Trockenheit das Land in ein Pulverfass verwandelt haben".

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Die Einsatzkräfte der Feuerwehr hatten am Abend nur noch wenig Zeit - sobald die Dunkelheit hereinbricht, können die Löschflugzeuge und -hubschrauber nicht mehr arbeiten. Die Ortschaft Krioneri 25 Kilometer nördlich vom Athener Stadtzentrum wurde vorsorglich evakuiert. Auch die zentrale Autobahn des Landes zwischen den Metropolen Athen und Thessaloniki wurde in der betreffenden Region gesperrt.

Zahlreiche Ortschaften evakuiert

Erst vor zwei Tagen war im Norden Athens ein großer Brand ausgebrochen, der jedoch unter Kontrolle gebracht werden konnte. Am Donnerstagabend gab es 54 aktive Brände im ganzen Land. Zahlreiche Ortschaften wurden evakuiert, viele Häuser fielen den Flammen zum Opfer. Einen Überblick über die Schäden gibt es bisher nicht. Nach jetzigem Stand hat das Feuer jedoch noch keine Menschenleben gefordert.

Türkei erwartet weitere Hitzewelle

Auch in der Türkei kämpfen die Einsatzkräfte weiter gegen die Flammen. 13 Brände in sechs Provinzen waren nach offiziellen Angaben am Donnerstagabend noch nicht unter Kontrolle. Besonders betroffen sind die Urlaubsregionen Antalya, Marmaris und Bodrum, dort bekommen die Einsatzkräfte die Brände seit Tagen nicht in den Griff. Die Einwohner sind verzweifelt und hoffen auf Regen - doch auch in den nächsten Tagen soll es extrem heiß werden. In Bodrum und Milas in der Provinz Mugla werden für Freitag mehr als 40 Grad erwartet.

Außenminister Mevlüt Cavusoglu, der seinen Wahlkreis in Antalya hat, machte am Donnerstagabend etwas Hoffnung: Der Wind werde am Freitag in Antalya nachlassen und man hoffe, die Brände dort unter Kontrolle zu bringen. Tausende Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen und wurden teils in Schulen und Sportstadien untergebracht. 

Das Feuer hat bereits weite Landstriche verwüstet. Acht Menschen kamen ums Leben, Schätzungen zufolge sind mindestens 100.000 Hektar Wald und Felder den Flammen zum Opfer gefallen. Es sind die schwersten Waldbrände seit mehr als 13 Jahren in der Türkei.

Quelle: Redaktion / koa