APA - Austria Presse Agentur

Drosten erwartet keine Entspannung im Frühjahr und Sommer

22. Jan 2021 · Lesedauer 2 min

In einem ausführlichen Interview mit dem "Spiegel" spricht Christian Drosten auch über die mögliche Auswirkung von gesellschaftlichem Druck nach der ersten Impfphase und den Sommer.

Die Impfung gilt weltweit als das Mittel gegen die Corona-Pandemie. Dennoch steckt darin auch eine Gefahr – weniger wegen Nebenwirkungen, vielmehr wegen dem folgenden gesellschaftlichen Druck. So ein Szenario beschreibt Virologe Christian Drosten in einem Interview mit dem "Spiegel". Laut ihm könnte, nachdem "alten Menschen und vielleicht auch ein Teil der Risikogruppen geimpft" sind, "ein riesiger wirtschaftlicher, gesellschaftlicher, politischer und vielleicht auch rechtlicher Druck entstehen, die Corona-Maßnahmen zu beenden".

Dann werden sich in sehr kurzer Zeit "viel mehr Leute infizieren, als wir uns das jetzt überhaupt vorstellen können", erklärt der Virologe. Im schlimmsten Fall habe man dann 100.000 Neuinfektionen pro Tag. Das seien dann zwar eher jüngere Leute mit leichteren Verläufen. "Aber wenn sich ganz viele junge Menschen infizieren, dann sind die Intensivstationen trotzdem wieder voll, und es gibt trotzdem viele Tote", sagt Drosten. Deshalb sei es wichtig, dass die Zahlen jetzt tief nach unten gedrückt werden.  

Den vergleichsweise entspannten Sommer 2020 erklärt sich Drosten damit, "dass unsere Fallzahlen im Frühjahr unter einer kritischen Schwelle geblieben sind." Das sei nicht mehr so. Der Virologe fürchtet, dass es eher so sein wird "wie in Spanien, wo im Sommer die Fallzahlen nach Beendigung des Lockdowns schnell wieder gestiegen sind, obwohl es sehr heiß war".

Ende der Pandemie

Drosten glaubt, "dass man irgendwann Mitte des Herbstes Auswirkungen der Impfungen bemerken müsste". In dem Sinn, dass sich viel weniger Menschen anstecken würden. "Aber dazu dürfen jetzt nicht ganz unvorhersehbare Dinge passieren."

Quelle: Redaktion / moe