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Gerettet: Restaurant lässt Braunbären Mark frei

07. Dez. 2022 · Lesedauer 2 min

Laut "Vier Pfoten" ist der 24-Jährige wegen jahrelanger falscher Fütterung stark übergewichtig. Nun darf er sich in Niederösterreich in einem naturnahen Lebensraum von seinem Martyrium erholen.

Albaniens letzter "Restaurant-Bär" ist auf dem Weg in den Bärenwald in Arbesbach im Waldviertel. Der 24-jährige Braunbär Mark verbrachte fast sein ganzes Leben als Attraktion in einem kleinen Metallkäfig neben einem Restaurant in Tirana, ohne Schutz vor Hitze und Kälte. Das berichtete die Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" am Mittwoch in einer Aussendung. Die Tierschützer überzeugten den Besitzer, Mark ziehen zu lassen und organisierten die Reise von der albanischen Hauptstadt nach Niederösterreich.

Bär Mark auf dem Weg nach ArbesbachFOTO: APA/VIER PFOTEN

Bär Mark auf dem Weg nach Arbesbach

Schwer gezeichnet von Käfighaltung

Nach Marks Befreiung stellte eine Tierärztin seine Reisefähigkeit fest. Dennoch benötigt der Bär umfangreiche medizinische Behandlung. Seine Zähne und Klauen sind vom jahrelangen Kauen an den Gitterstäben und vom Asphaltboden seines Käfigs stark abgenutzt. Zudem muss er aufgrund extremen Bewegungsmangels dringend Muskeln aufbauen. Laut Vier Pfoten-Direktorin Eva Rosenberg ist Mark wegen jahrelanger falscher Fütterung auch stark übergewichtig. In seinem Käfig hatte er kein natürliches Verhalten ausleben können, so habe er außerdem noch nie Winterschlaf gehalten.

Der Bärenwald Arbesbach bietet seit 1998 geretteten Bären ein lebenslanges Zuhause in einem naturnahen Lebensraum. Dort soll Mark gemeinsam mit drei anderen Bären auf unberührten 14.000 Quadratmetern wohnen. Der Landstrich im Waldviertel bietet Wälder, Gewässer und vor allem Höhlen, in die sich die Tiere zurückziehen können.

Immer noch Privathaltung von Wildtieren

Obwohl Mark laut Vier Pfoten-Recherche der letzte albanische "Restaurant-Bär" war, gibt es in dem Land am südlichen Balkan noch genug Arbeit für die Tierschützer. Die Privathaltung von Bären und anderen Wildtierarten ist dort nämlich nach wie vor legal.

Nur eine Gesetzesänderung könne dem albanischen Vier Pfoten-Projektkoordinator Sajmir Shehu zufolge das Leiden vieler Tiere beenden. Daher arbeiten die Aktivisten gemeinsam mit der albanischen Regierung an einer neuen Absichtserklärung, die die Zusammenarbeit bei der Änderung und der Umsetzung von Gesetzen verbessern soll.

Quelle: Agenturen / Redaktion / kap