APA - Austria Presse Agentur

Viele Mediziner in Spanien sind selbst infiziert

23. März 2020 · Lesedauer 3 min

In Spanien gehören Mediziner zu den besonders stark vom Coronavirus befallenen Menschen. Fast 4.000 Ärzte und Pfleger sind offiziellen Angaben vom Montag zufolge infiziert - das ist fast jede zehnte Infektion.

Wie in anderen von dem Krankheitserreger besonders stark betroffenen Ländern auch klagen Krankenschwestern, Ärzte und andere Beschäftigte im Gesundheitswesen darüber, nicht ausreichend mit Schutzausrüstung versorgt zu sein. "Wir haben einige Daten, die uns nicht gefallen", sagte der Chef des medizinischen Corona-Krisenstabs, Fernando Simon.

Am Montag wurden in Spanien 33.089 Corona-Infektionen gezählt, am Sonntag waren es noch 28.572. Insgesamt sind fast zwölf Prozent der Infizierten Mitarbeiter des Gesundheitssystems. Sie sollen im Rahmen des spanischen Test-Programms als erste untersucht werden. Die Zahl der Corona-Toten stieg um 462 auf 2182. 87 Prozent der Toten seien mindestens 70 Jahre alt gewesen, sagte Simon.

Auch Vize-Ministerpräsidentin Carmen Calvo wurde am Sonntag mit einer Atemwegserkrankung in eine Klinik eingeliefert und wartet noch auf ihr Test-Ergebnis. Zwei weitere Minister sowie die Ehefrau von Ministerpräsident Pedro Sanchez wurden bereits positiv auf das Virus getestet.

Das spanische Parlament berät am Mittwoch über eine Verlängerung der Ausgangssperre, die derzeit bis zum 11. April gilt. Simon rief die Bevölkerung auf, die Einschränkungen zu akzeptieren. Derzeit sei es noch nicht an der Reihe, über eine Lockerung nachzudenken, sagte er. "Bei mehreren Gelegenheiten wurde gesagt, dass der Gipfel der Epidemie in dieser Woche erreicht werden könnte. Das bedeutet aber nicht, das Problem unter Kontrolle gebracht zu haben. Es bedeutet, die Anstrengungen zu verstärken, damit es keine Rückschläge gibt."

Auf den Philippinen sind unterdessen im Kampf gegen das Coronavirus mindestens drei infizierte Ärzte ums Leben gekommen. Tausende Helfer behandelten Covid-19-Patienten, auch wenn es an Schutzausrüstung mangelte. Hunderte Klinikmitarbeiter mussten sich in Quarantäne begeben, berichteten die Krankenhäuser. China kämpft weiter mit "importierten" Fällen. Südkorea verzeichnete den geringsten Tagesanstieg.

"Alle sind müde, aber wir haben keine Wahl, wir haben uns diese Arbeit ausgesucht", sagte Antonio Ramos, Manager des philippinischen Lungenzentrums, am Montag. "Wir haben keine Zeit dafür, um unsere Freunde zu trauern." Ramos warb in einem Radiobericht um Spenden für Schutzausrüstung. Bei den meisten Stationen sei der Vorrat aufgebraucht.

In einer Klinik in der Provinz Laguna mussten sich die Ärzte und Schwestern mit Plastiksäcken als Schutz behelfen. Die drei Ärzte unter den Opfern - ein Kardiologe, ein Anästhesist und ein Onkologe - hatten sich in drei unterschiedlichen Kliniken von Manila infiziert, wie der Medizinverband der Philippinen und die Krankenhäuser mitteilten. Der südostasiatische Inselstaat hat bisher 380 Patienten mit dem Virus verzeichnet, 25 davon starben.

Quelle: Agenturen