Verdächtiger nach Überfällen auf Frauen in Haft

15. Feb. 2022 · Lesedauer 4 min

Weil er Frauen in drei Bundesländern überfallen haben soll, ist ein 49-Jähriger in der Justizanstalt Wien-Josefstadt in Haft. Der Beschuldigte wurde von Beamten des Landeskriminalamtes Niederösterreich festgenommen. Ihm werden Angaben vom Dienstag zufolge Taten in Schwechat (Bezirk Bruck a.d. Leitha), Wien-Penzing und Parndorf (Bezirk Neusiedl am See) zur Last gelegt. Der Mann war großteils geständig. Die Ermittler schließen nicht aus, dass es weitere Opfer gibt.

Die dem laut Polizei wegen Sittlichkeits- und Eigentumsdelikten vorbestraften 49-jährigen slowakischen Staatsbürger Jaroslav Z. angelasteten Überfälle hatten sich im Jänner und Februar zugetragen. Der Beschuldigte soll jeweils bei Park & Ride-Anlagen in Bahnhofsnähe zugschlagen und die Frauen teilweise beraubt haben. Tatwaffe war ein Messer, zwei Opfer erlitten Schnittverletzungen. Den Ermittlern zufolge kam es in einem Fall auch zur Androhung sexueller Gewalt und zu Freiheitsentziehung.

Am 7. Februar in der Früh war auf dem Parkplatz des Bahnhofes in Schwechat eine 38-Jährige überfallen worden. Die Frau wurde in ihr Auto gestoßen und mit den Worten "Geld, Geld" sowie unter Bedrohung mit dem Messer zur Herausgabe von Wertgegenständen aufgefordert. Während des Gerangels mit dem Täter erlitt die Niederösterreicherin mehrere Schnittwunden an der rechten Hand. Mit dem Mann auf dem Beifahrersitz musste das Opfer zunächst nach Wien-Simmering und dann in Richtung Kittsee bzw. Bratislava fahren, um Bankomat-Behebungen vorzunehmen. Die Geldbörse mit geringem Inhalt und das Mobiltelefon der Frau nahm der Beschuldigte an sich.

Während der Freiheitsentziehung, die laut Polizei von 8.45 bis etwa 10.00 Uhr dauerte, wurde das Opfer auch dahin gehend eingeschüchtert, dass es die Situation nur überleben und freikommen würde, wenn die Bargeldbehebungen funktionieren und die Niederösterreicherin außerdem "sexuelle Handlungen" über sich ergehen lässt, da er, der 49-Jährige, eine Erektion hätte. Die verängstigte Frau sprang schließlich in Schwadorf (Bezirk Bruck a.d. Leitha) in einem günstigen Moment und bei geringer Geschwindigkeit aus ihrem Auto und ergriff die Flucht, schilderten die Ermittler. In der Folge kam es noch zu einem Auffahrunfall zwischen dem lenkerlosen Pkw und einem anderen Fahrzeug. Der Täter flüchtete ebenfalls, wurde jedoch bereits etwa eine Stunde später im Zuge einer Großfahndung von einer Streife der Polizeiinspektion Flughafen Wien noch in Schwadorf gefasst.

Das Messer hatte der Beschuldigte bei sich. Das geraubte Handy und die Geldbörse des Opfers wurden ebenfalls sichergestellt. Die 38-Jährige wurde in das Landesklinikum Baden eingeliefert. Neben der Versorgung der Handverletzungen war laut Polizei auch eine psychische Betreuung des traumatisierten Opfers notwendig.

Bereits am späten Nachmittag des 5. Februar soll Jaroslav Z. im Bereich der Park & Ride-Anlage beim Bahnhof Wien-Hütteldorf eine 29-Jährige Linzerin überfallen haben, als die Frau ihr Auto aufsperrte. Tatwaffe war ebenfalls das Messer. Weil die Oberösterreicherin sofort zu schreien begann, wurde sie von hinten umklammert und dabei mit dem Messer im Halsbereich leicht verletzt. Dem Opfer gelang letztlich die Flucht mit dem Wagen. Der Beschuldigte machte sich ohne Beute aus dem Staub. Er wurde von der 29-Jährigen bei einer Lichtbild-Agnoszierung eindeutig wiedererkannt. Die Frau hatte neben der Schnittverletzung auch einen schweren Schock erlitten.

Ein weiterer Tatort befand sich in Parndorf. Dort soll der Beschuldigte am 24. Jänner eine 23-Jährige aus dem Bezirk Neusiedl am See zu überfallen versucht haben, die er zuvor auf der Bahnfahrt von Wien laufend beobachtet haben dürfte. Die junge Frau hatte deshalb nach Polizeiangaben bereits ein beklemmendes Gefühl, weshalb sie am Bahnhof Parndorf ohne sich umzublicken schnell ihren in der Park & Ride-Anlage abgestellten Pkw bestieg und versperrte. Als versucht wurde, die Türen zu öffnen, fuhr die Burgenländerin trotz leichter Vereisung der Scheiben des Wagens los. Jaroslav Z. erkannte sie bei einer Lichtbild-Agnoszierung mit großer Wahrscheinlichkeit als jenen Mann wieder, der sie im Zugabteil laufend angesehen hatte.

Der 49-Jährige gab bei seiner Befragung an, er hätte deshalb gezielt Frauen ausgewählt, da diese "leichtere" Opfer darstellen würden und mit weniger Gegenwehr zu rechnen wäre. Als Motiv für die Überfälle führte er ständige finanzielle Schwierigkeiten aufgrund seiner Drogensucht an. An eventuelle weitere Opfer erging am Dienstag der Aufruf, sich mit dem Landeskriminalamt Niederösterreich unter Tel.: 059133 30-3333 in Verbindung zu setzen.

Quelle: Agenturen