Verdächtiger im Fall Jennifer S. zurechnungsfähig
Allerdings seien die Datenauswertungen noch nicht abgeschlossen, sagte Bussek am Donnerstag. Somit sei noch nicht mit einer Enderledigung zu rechnen. Der wegen Mordes verdächtigte 32-Jährige legte im Dezember des Vorjahres ein Geständnis ab und führte die Ermittler zu den sterblichen Überresten der jungen Frau.
Die Ermittlungen hatten 2025 neue Ansätze durch eine Sprachnachricht erhalten. Der Verdächtige habe in einem Chat "detailliert geschildert", wie er sich einer Leiche entledigen würde, ohne verdächtige Spuren zu hinterlassen. Danach sei der Mann erneut im Fokus gestanden.
Jennifer S. war seit 21. Jänner 2018 abgängig. Die 21-Jährige hatte sich mit ihrem Lebensgefährten gestritten und in der Folge von ihm getrennt. Sie verschwand dann unter laut Polizei "bedenklichen Umständen" aus der gemeinsamen Wohnung in Wien-Brigittenau. Der Ex-Freund stritt damals jegliche Beteiligung an einem möglichen Gewaltverbrechen ab. Die strafrechtlichen Ermittlungen gegen ihn wegen des Verdachts der Freiheitsentziehung waren im April 2019 eingestellt worden.
Der Verdächtige versteckte die Tote 2018 zunächst im Bereich von Großweikersdorf im Bezirk Tulln. Erst im März desselben Jahres soll der Mann die sterblichen Überreste zum endgültigen Ablageort in der Nähe des Truppenübungsplatzes Allentsteig im Bezirk Zwettl gebracht haben.
(S E R V I C E - Hilfeangebote des Vereins AÖF: Die Frauen-Helpline gegen Gewalt 0800/222-555 steht rund um die Uhr, mehrsprachig, anonym und kostenlos allen Frauen, Angehörigen und Interessierten zur Verfügung: www.frauenhelpline.at; beim Verein Autonome Österreichische Frauenhäuser (AÖF) unter www.aoef.at
Die Wiener Polizei ist Ansprechpartner für Personen, die Gewalt wahrnehmen oder selbst Opfer von Gewalt sind. Der Polizei-Notruf ist unter der Nummer 133 jederzeit erreichbar. Die Kriminalprävention des Landeskriminalamt Wiens bietet darüber hinaus persönliche Beratungen unter der Hotline 0800/216346 an.
Weitere Anlaufstellen für Gewaltopfer: Gewaltschutzzentrum Wien: https://www.gewaltschutzzentrum.at/wien/ 01/585-32-88 - 24-Stunden Frauennotruf der Stadt Wien: 01-71719 - Wiener Frauenhaus-Notruf 057722 - Österreichische Gewaltschutzzentren: 0800/700-217)
Onlineberatung HelpChat "Halt der Gewalt" (tägl. 18-22 Uhr und jeden Fr. von 9-23 Uhr): https://haltdergewalt.at)
Zusammenfassung
- Das psychiatrische Gutachten im Fall Jennifer S. bestätigt, dass der 32-jährige Verdächtige zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig war, aber als gefährlich eingestuft wird und daher eine Einweisung nach § 21/2 StGB empfohlen wird.
- Im Dezember 2024 legte der Verdächtige ein Geständnis ab und führte die Ermittler zu den sterblichen Überresten der seit dem 21. Jänner 2018 vermissten Frau.
- Neue Ermittlungsansätze ergaben sich 2025 durch eine Sprachnachricht, in der der Mann detailliert schilderte, wie er eine Leiche spurenlos entsorgen würde.
