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Valneva gab zusätzliche Studienergebnisse bekannt

29. Aug. 2022 · Lesedauer 3 min

Der austro-französische Impfstoffhersteller Valneva hat rund um die Auslieferung seines Covid-Vakzins zusätzliche Studienergebnisse bekanntgegeben. Das Unternehmen berichtete am Montag in einer Aussendung von positiven Resultaten aus der Phase-3 und zu Booster-Impfungen nach zwei Valneva- bzw. AstraZeneca-Erstimpfungen. Der traditionell entwickelte Ganzvirus-Impfstoff ("Totimpfstoff") wird seit der Vorwoche an Österreich und weitere bestellende EU-Staaten geliefert.

"Als Unternehmen mit zentralem Forschungs- und Entwicklungsstandort in Wien, freuen wir uns besonders, unseren Impfstoff gegen Covid-19 nun in Österreich ausliefern zu dürfen und damit einen Beitrag zu einem breiteren Impfangebot zu leisten. 15 Prozent der Europäer über 18 Jahre sind noch nicht geimpft und wir erhalten weiterhin Nachrichten von Europäern, die auf eine traditionellere Impfstofftechnologie warten", berichtete Valneva-Chef Thomas Lingelbach. Die heimischen Impfstellen können die Dosen über die Bundesbeschaffungs GmbH (BBG) bestellen, in einzelnen Bundesländern konnte damit bereits Ende der Vorwoche geimpft werden.

Valnevas "VLA2001" genanntes Vakzin ist der einzige Covid-Totimpfstoff, der in der EU für die Erstimpfung von Menschen im Alter von 18 bis 50 Jahren zugelassen ist. Der Impfstoff erhielt auch eine bedingte Zulassung in Großbritannien. Mit Österreich, Deutschland, Dänemark, Finnland und Bulgarien wurden Lieferverträge abgeschlossen. Wegen der gesättigten Auftragslage und der vorhandenen Bestände stellte Valneva die Herstellung des Impfstoffs jedoch inzwischen ein. Das Unternehmen hält die Bestände für mögliche zusätzliche Lieferungen an diese EU-Mitgliedstaaten aber bereit, sollte die Nachfrage wieder steigen.

Valneva hatte bereits Daten zur Immunogenität am Tag 43 nach der Erstimpfung vorgelegt. Nun wurde auch die Immunogenität etwa zwei Monate nach der Erstimmunisierung untersucht. Am Tag 71 waren die durch VLA2001 induzierten neutralisierenden Antikörpertiter in einer Vergleichsstudie jenen von AstraZenecas Vakzin ChAdOx1-S nicht unterlegen (VLA2001 GMT 444,0, ChAdOx1-S GMT 411,8). "Darüber hinaus zeigten Analysen der T-Zell-Antworten, die bei einer Untergruppe der 3.560 Studienteilnehmer etwa sechs Monate nach der Erstimpfung (Tag 208) beobachtet wurden, dass VLA2001 breite antigenspezifische IFN-gamma-produzierende T-Zellen induzierte, die bis zum Tag 208 gegen das S-Protein sowie die N- und M-Proteine reaktiv waren", berichtete Valneva.

Die Häufigkeit von Covid-19 Fällen war in der VLA2001- und der ChAdOx1-S-Gruppe ähnlich. In den direkten Vergleichsgruppen (über 30 Jahre) traten bis zum Tag 208 keine schweren Fälle auf. Das könnte darauf hindeuten, dass beide Impfstoffe einen ähnlichen Schutz gegen schwere Covid-19-Erkrankungen bieten, erläuterte Valneva, die Daten beziehen sich allerdings vorwiegend auf die Delta-Variante.

Zusätzlich erhielten 958 Studien-Teilnehmer etwa acht Monate nach der Erstimpfung mit VLA2001 oder ChAdOx1-S eine Einzeldosis VLA2001, um die Booster-Wirkung in einem homologen und heterologen Setting zu untersuchen. Sowohl im homologen als auch im heterologen Setting konnte VLA2001 die Immunität auf höhere neutralisierende Antikörpertiter als nach der Erstimpfung und auf ein Niveau anheben, das als hochwirksam (90 Prozent) gegen SARS-CoV-2 gilt, betonte Valneva.

Eine heterologe Booster-Studie, die darauf abzielt Booster-Daten nach einer Grundimmunisierung mit einem mRNA-Impfstoff oder einer natürlichen Covid-19 Infektion zu liefern, läuft indes weiter. Die Ergebnisse werden im vierten Quartal 2022 erwartet.

Quelle: Agenturen