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USA vollstrecken weiteres Todesurteil auf Bundesebene

16. Juli 2020 · Lesedauer 3 min

In den USA ist binnen einer Woche das zweite Todesurteil auf Bundesebene vollstreckt worden. Der 68-jährige Wesley Ira Purkey wurde am Donnerstag im Gefängnis von Terre Haute im Bundesstaat Indiana mit einer Giftspritze hingerichtet, teilte das Justizministerium mit. Der Oberste US-Gerichtshof hatte zuvor den Weg für die Vollstreckung freigemacht.

Am Dienstag war erstmals seit 17 Jahren in den USA wieder ein Todesurteil auf Bundesebene vollstreckt worden. Purkey wurde 2003 für die Vergewaltigung und den Mord an der 16-jährigen Jennifer Long im Jahr 1998 verurteilt. Zudem soll er eine 80-jährige Frau mit einem Hammer erschlagen haben.

Die Anwälte des Häftlings hatten versucht, dessen Hinrichtung zu verhindern. Sie argumentierten, Purkey sei geistig behindert und nicht in der Lage zu verstehen, warum er hingerichtet werden solle.

Purkeys Anwältin Rebecca Woodman beschrieb ihn als einen "schwer hirngeschädigten und psychisch kranken Mann, der an fortgeschrittener Alzheimer-Krankheit und Demenz leidet". Obwohl er seit langem die Verantwortung für sein Verbrechen übernommen habe, habe er kein rationales Verständnis mehr dafür, warum die Regierung seine Hinrichtung plane, sagte Woodman.

Ein Bezirksrichter folgte der Argumentation, um eine Überprüfung der Zurechnungsfähigkeit von Purkey zu ermöglichen. Das Oberste Gericht hob diesen Einspruch aber wenige Stunden vor der Hinrichtung auf. "Der Antrag auf Aussetzung der Vollstreckung des Todesurteils wird abgelehnt", hieß es in den Gerichtsunterlagen.

Ein Reporter der Zeitung "Indianapolis Star", der der Hinrichtung beiwohnte, berichtete, Purkey habe klar gewirkt. Es habe den Eindruck gemacht, dass er sich der Vorgänge bewusst war, als er auf der Liege fixiert wurde. "Ich bedauere zutiefst die Schmerzen und das Leid, die ich Jennifers Familie zugefügt habe", zitierte die Zeitung Purkeys letzte Worte.

Erst am Dienstag war der wegen Mordes zum Tode verurteilte frühere Rechtsextremist Daniel Lewis Lee im Gefängnis von Terre Haute mit einer Giftspritze hingerichtet worden. Ein weiterer Häftling, Dustin Lee Honken, soll am Freitag hingerichtet werden. Er soll fünf Morde begangen haben, darunter die an zwei Mädchen im Alter von zehn und sechs Jahren.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte im Juni die Wiederaufnahme von Hinrichtungen auf Bundesebene beschlossen. Die meisten Kriminalfälle in den USA werden vor Gerichten in den einzelnen Bundesstaaten verhandelt, einige Prozesse finden allerdings vor Bundesgerichten statt. Darunter fallen Hassverbrechen, eine Reihe besonders schwerer Verbrechen sowie Straftaten, die auf militärischen Einrichtungen oder in Reservaten der indigenen Bevölkerung verübt werden.

Seit 1988 hatte es lediglich drei Vollstreckungen der Todesstrafe auf Bundesebene gegeben. Unter anderem wurde 2001 Timothy McVeigh hingerichtet, der 1995 beim Bombenanschlag in Oklahoma City 168 Menschen getötet hatte.

Quelle: Agenturen