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US-Basketballerin Griner in Russland zu neun Jahren Haft verurteilt

05. Aug. 2022 · Lesedauer 2 min

Ein russisches Gericht hat die US-Basketballspielerin Brittney Griner wegen Drogenschmuggels schuldig gesprochen und zu neun Jahren Haft verurteilt. Sie habe die Tat vorsätzlich begangen, erklärte das Gericht am Donnerstag.

Griner müsse zudem eine Strafe von einer Million Rubel (knapp 16.000 Euro) zahlen. Die Staatsanwaltschaft hatte neuneinhalb Jahre Haft gefordert, die Verteidigung und US-Präsident Joe Biden einen Freispruch. Er erklärte in einer ersten Reaktion, das Urteil sei inakzeptabel.

Die Anwälte Griners kündigten Berufung an. Infolge des Gerichtsurteils könnte es zu einem Gefangenenaustausch zwischen den USA und Russland kommen.

Griner hatte sich am Donnerstag im Moskauer Vorort Chimki vor dem Urteilsspruch erneut schuldig bekannt. Sie sagte jedoch, sie hätte die Gesetze Russlands nicht mit Absicht verletzt. Griner entschuldigte sich bei ihrer russischen Mannschaft und Familie.

Die Basketballerin war am 17. Februar auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo festgenommen worden, nachdem Vape-Patronen mit Haschischöl in ihrem Gepäck entdeckt worden waren. Marihuana ist in Russland verboten. Seitdem saß Griner in Untersuchungshaft. Die 31-Jährige spielt seit 2014 für die russische Mannschaft UMMC Ekaterinburg.

Gefangenenaustausch im Gespräch

Längst hat der Prozess auch eine politische Komponente: Die USA werfen Russland ein politisch motiviertes Verfahren vor. Anfang Juli hatte US-Präsident Joe Biden Brittney Griners Ehefrau, Cherelle Griner, Hilfe zugesagt.

Bei einem Telefonat zwischen US-Außenminister Antony Blinken und seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow ging es auch um die Möglichkeit eines Gefangenenaustausches, mit Hilfe dessen die Athletin freikommen soll.

Hierbei geht es darum, dass Russland die Freigabe des zu lebenslanger Haft verurteilten Russen Vadim Krasikov fordert. Dieser hatte 2019 im Kleinen Tiergarten den Georgier Zelimkhan Khangoshvili getötet.

Quelle: Agenturen / ddj