Unwetter: Italien will EU-Hilfen beantragen
Auch EU-Kommissionsvizepräsident Raffaele Fitto bekräftigte die Unterstützung der EU-Kommission für die von den schweren Unwettern betroffenen Regionen Kalabrien, Sizilien und Sardinien. Nach Gesprächen mit Italiens Zivilschutzminister Nello Musumeci sowie den Regionalpräsidenten werde Italien einen Antrag beim EU-Solidaritätsfonds stellen, erklärte Fitto auf X am Donnerstag. Dieser dient der finanziellen Hilfe für Mitgliedstaaten nach schweren Naturkatastrophen.
Der EU-Fonds war bereits nach den Überschwemmungen in der Emilia-Romagna 2023 sowie nach den Erdbeben in Mittelitalien 2016 und 2017 in Anspruch genommen worden, so Fitto. Die Kommission stehe den nationalen und regionalen Behörden zur Verfügung, um den geeigneten Weg für die Ausschüttung der Hilfen festzulegen.
Der Sturmtief "Harry" hat in den vergangenen Tagen in Süditalien Schäden in Milliardenhöhe angerichtet. Besonders kritisch ist die Lage in der sizilianischen Stadt Niscemi. In der 25.000-Einwohner-Stadt im Süden Siziliens mussten etwa 1.500 Personen aufgrund der Gefahr durch Erdrutsche ihre Häuser verlassen. Ein ganzer Stadtteil droht abzusinken.
Das Abrutschen des Bodens wurde durch den intensiven Regen verstärkt, der in der Region niedergegangen ist. Der Bürgermeister von Niscemi, Massimiliano Conti, ordnete die Schließung der Schulen an und sprach von einem "dramatischen Erdrutsch" in einer Gegend, die erst vor 29 Jahren von einem ähnlichen Vorfall betroffen war.
Zusammenfassung
- Italien will nach den Milliardenschäden durch das Sturmtief 'Harry' in Kalabrien, Sizilien und Sardinien Hilfen aus dem EU-Solidaritätsfonds beantragen.
- In der sizilianischen Stadt Niscemi mussten rund 1.500 der 25.000 Einwohner wegen Erdrutschgefahr evakuiert werden, ein ganzer Stadtteil droht abzusinken.
- EU-Kommissionsvizepräsident Raffaele Fitto und Außenminister Antonio Tajani zeigten sich zuversichtlich, dass Europa wie schon bei früheren Naturkatastrophen erneut großzügig unterstützen wird.
