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Ungleiche Bezahlung: 132 Jahre bis zur echten Geschlechter-Gleichstellung

13. Juli 2022 · Lesedauer 2 min

Am Mittwoch hat das Weltwirtschaftsforum (WEF) den Global Gender Gap Report 2022 zur Gleichstellung veröffentlicht. Österreich landete wie im Vorjahr auf Platz 21 und verbesserte seinen Index um 0,004 Punkte. Wenn die Entwicklung so langsam weitergehe wie bisher, dauere es noch 132 Jahre, bis eine gänzliche Geschlechtergleichstellung erreicht sei, berichtete das WEF.

Einmal mehr schnitten die skandinavischen Länder am besten ab. Neuseeland wurde als Vierter das beste Land außerhalb Europas. Den letzten Platz für den größten Gender Gap nahm Afghanistan ein.

Bildungsniveau: Weniger Punkte als im Vorjahr

Für Österreich gab es im Vergleich zum Vorjahr nur wenige Veränderungen im Ergebnis. Im Bereich der politischen Partizipation und im Gesundheitswesen konnte man jeweils um einen Platz vorrücken. Beim Bildungsniveau fiel Österreich allerdings von 1,000 (absolute Gleichstellung) auf 0,994 Punkte zurück. Das bedeutete auch den Verlust von Platz Eins im Vorjahr. Das größte Plus wurde mit +0,012 Punkten im Bereich wirtschaftliche Teilhabe verbucht.

Gehaltsschere: 12,27 Prozent

Eine der größten Lücken in Österreich habe sich laut WEF in der Arbeitswelt gezeigt. Lediglich 34,60 Prozent aller Vorstandsmitglieder waren Frauen, nur 16,20 Prozent aller Firmen wurden mehrheitlich weiblich geführt. Die Gehaltsschere zwischen Mann und Frau lag bei 12,27 Prozent.

Im Vergleich mit den Nachbarländern schneidet Österreich relativ gut ab. Nur Deutschland (Platz 10) und die Schweiz (13) erzielten ein besseres Gesamtergebnis. Ungarn landete auf Platz 88. Während Slowenien (39) die Top 40 erreichen konnte, schafften es Italien (63), Tschechien (76) und die Slowakei (67) nicht einmal in die Top 60.

Die Schlusslichter der weltweiten Rangliste waren die Demokratische Republik Kongo, Pakistan und Afghanistan, wobei Afghanistan als einziges Land ein Ergebnis mit weniger als 0,5 Punkten einfuhr. Der größte Sprung nach vorne gelang dem Pazifikinselstaat Vanuatu.

Corona-Pandemie wirft Geschlechtergleichstellung um eine Generation zurück

Weltweit habe die Corona-Pandemie die Aussicht auf Geschlechtergleichstellung um eine Generation zurückgeworfen, berichtete das WEF. Das liegt unter anderem daran, dass in der Pandemie proportional mehr Frauen ihre Arbeit verloren als Männer. Wenn die Entwicklung so langsam weitergehe wie bisher, dauere es noch 132 Jahre, bis eine gänzliche Gleichstellung erreicht sei.

SPÖ-Frauenvorsitzende Eva-Maria Holzleitner bezeichnete das Ergebnis Österreichs als sehr ernüchternd und forderte ein "Ende des Stillstandes in der Frauenpolitik". Man solle sich die skandinavischen Länder und Island als Vorbild nehmen, um zu sehen, wie es gehe, so Holzleitner.

Quelle: Agenturen / Redaktion / ddj